Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet, würden die Strafgelder wegen rechtswidriger Überwachung von Mitarbeitern durch Detektive und weiterer Verstöße gegen Datenschutzvorschriften erhoben. Rund 700.000 Euro verlangt der oberste Datenschützer Niedersachsens von Lidl noch in diesem Monat. In dem Bundesland liegen 60 bis 70 Bußgeldverfahren über je 10.000 Euro gegen das Unternehmen vor, bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums in Hannover den Bericht des "Spiegel". Bundesweit würden 35 Lidl-Vertriebsgesellschaften in Deutschland überprüft. Auch die Datenschutzbeauftragten anderer Bundesländer würden noch im September Bußgelder von Lidl verlangen, berichtet das Magazin. Insgesamt geht es um einen einstelligen Millionenbetrag.
"Lidl hat den zuständigen Behörden bereits signalisiert, dass das Unternehmen die festgesetzten Bußgelder mit großer Wahrscheinlichkeit ohne Widerspruch akzeptieren wird", teilte das Unternehmen am Wochenende mit. Lidl bestritt eine flächendeckende und systematische Überwachung von Mitarbeitern.
Im März hatte das Magazin "Stern" berichtet, dass bei dem Lebensmitteldiscounter zahlreiche Überwachungskameras beispielsweise registrierten, wann und wie häufig Mitarbeiter auf die Toilette gehen oder wer mit wem möglicherweise ein Liebesverhältnis hat. Zudem seien die Beschäftigten zahlreicher Filialen von Detektiven systematisch überwacht worden.
Lidl hatte zugegeben, im vergangenen Jahr in 219 Filialen Detektive beschäftigt zu haben. Gewerkschafter hatten dies "Bespitzelung unglaublichen Ausmaßes" genannt. Lidl verteidigte sich: Es sei nur darum gegangen, Waren gegen Diebstahl zu sichern. "Offensichtlich übereifrige Detektive" hätten über ihren Auftrag hinaus Informationen beschafft. Auch Edeka und Plus mussten einräumen, Mitarbeiter per Video überwacht zu haben.
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