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16.01.2012

Foto: Bloomberg

Übernahme von Datango

SAP lernt dazu

Eine neue Software will erklärt werden. Darauf haben sich Anbieter wie Datango spezialisiert. Der Walldorfer Softwareentwickler ist mit den Methoden der Berliner offenbar so zufrieden, dass er das ganze Unternehmen schluckt.

Europas größter Softwarehersteller SAP setzt seine Shoppingtour fort und will den kleinen Softwareentwickler Datango schlucken. Mit dem Kauf stärkt der Walldorfer Konzern sein Angebot bei Schulungen und Weiterbildung. Die Übernahme des Unternehmens mit 175 Beschäftigten solle am 1. Februar abgeschlossen sein, teilte SAP am Montag mit. Es gehe um "Software sowie dazugehörige Vermögenswerte". Angaben zum Kaufpreis machte SAP nicht.

SAP hatte Ende vergangener Woche die beste Bilanz in der rund 40-jährigen Unternehmensgeschichte vorgelegt. Der Weltmarktführer bei Firmensoftware stemmt derzeit auch eine Übernahme ganz anderen Kalibers: Für 3,4 Mrd. Dollar wird das US-Unternehmen Successfactors gekauft. Die Firma ist auf das sogenannte Cloudcomputing spezialisiert, bei dem den Kunden Anwendungen online über Rechenzentren zur Verfügung gestellt werden.

Die Umsätze mit Cloudlösungen sind derzeit noch überschaubar. Die 2001 gegründete Successfactors machte 2010 gut 205 Mio. Dollar Umsatz, konnte aber in den ersten neun Monaten 2011 seine Erlöse um 59 Prozent steigern. SAP hofft, die Übernahme laut McDermott schon im Januar abzuschließen.

Datango wurde 1999 gegründet und hat seitdem Geld von mehreren Kapitalgebern eingesammelt. Mit dem in Berlin ansässigen Unternehmen, das 2006 unter anderem eine Kapitalspritze von SAP-Mitgründer Hasso Plattner erhielt, kooperieren die Walldorfer bereits seit Jahren.

Der Spezialanbieter erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2010/11 einen Überschuss von 182.000 Euro - nach gut 1 Mio. Euro zuvor. Der Umsatz lag bei 10,6 Mio. Euro. Im Schnitt des Geschäftsjahres arbeiteten rund 130 Menschen in dem Unternehmen. Die von Datango entwickelte Schulungssoftware bediene einen Trend, hieß es. Die Programme helfen beispielsweise dabei, der Belegschaft von Unternehmen Neuerungen mit Schulungen am PC (E-Learning) zu erklären.

SAP ist es im abgelaufenen Quartal erstmals gelungen, nennenswerte Umsätze mit neuen Produkten zu erzielen. Programme für mobile Geräte wie Smartphones und Tablets spielten 2011 mehr als 100 Mio. Euro ein. Die In-Memory-Datenbank Hana brachte aufs Jahr gesehen 160 Mio. Euro. Der Großteil der Umsätze wurde im vierten Quartal erzielt, sagte ein Sprecher. Damit ist das Plus von 230 Mio. Euro bei den Softwareerlösen zum guten Teil auf die neuen Produkte zurückzuführen.

Der Konzern will seinen Jahresumsatz bis 2015 um gut 6 Mrd. Euro auf 20 Mrd. Euro steigern. Neben dem Kerngeschäft setzt der Softwarehersteller derzeit auf Programmen für mobile Geräte, die Echtzeitdatenbank Hana und so genannte Cloud-Programme, die nicht mehr gekauft, sondern über das Internet gemietet werden.


© 2012 ftd.de

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