Doch die kann der Bund aus gesellschaftsrechtlichen Gründen nicht sofort besetzen, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Regierungskreise. Sobald das möglich werde, werde die Bundesregierung wahrscheinlich zwei Staatssekretäre in das Kontrollgremium entsenden und so direkt die Geschäftspolitik der Commerzbank überwachen.
Durch die am Donnerstag verkündete direkte Beteiligung am Aktienkapital wird der Bund größter Einzelaktionär der zweitgrößten deutschen Bank. SPD-Chef Franz Müntefering verteidigte den Einstieg des Staates bei der Commerzbank. "Das, was jetzt bei der Commerzbank passiert, ist ja keine Teilverstaatlichung. Der Staat tritt auf Zeit ein, aber er wird sich auch in einem baldigen und vernünftigen Augenblick wieder lösen. Wir werden jedenfalls auf die Geschäfte keinen Einfluss nehmen", sagte Müntefering in einem Interview mit dem ZDF-"Heute-Journal". Mit einer Eigenkapitalzufuhr von weiteren 10 Milliarden Euro sichert der Rettungsfonds Soffin die für diesen Monat geplante Fusion des Geldkonzerns mit der schwer angeschlagenen Dresdner Bank.
Mit dem Kauf der Dresdner Bank stehe die Commerzbank vor einer großen Herausforderung. "Ohne den Einstieg des Bundes hätte die Übernahme der Dresdner wohl abgeblasen werden müssen", sagte Finanzexperte und Frankfurter Professor für Bankbetriebslehr Martin Faust in der "Berliner Zeitung". Die Tatsache, dass der Staat jetzt Aktionär bei der Commerzbank sei, berge auch Chancen: "Jetzt kann der Staat auch an den künftigen Gewinnen der Bank partizipieren und davon profitieren, wenn der Aktienkurs der Bank wieder steigt."
Im Herbst war der Rettungsfonds der Commerzbank mit einer Eigenkapitalspritze von 8,2 Milliarden Euro und Garantien in Höhe von 15,2 Milliarden Euro zu Hilfe geeilt. Die zusätzlichen 10 Milliarden Euro eingerechnet, ist der Staat nun mit 18,2 Milliarden Euro Eigenkapital bei dem Frankfurter Geldhaus engagiert.
Das neue Institut geht dadurch mit einer Kapitalbasis von mehr als 30 Milliarden Euro an den Start. Die bisherige Dresdner-Mutter Allianz beteiligt sich mit einer stillen Einlage von 700 Millionen Euro und kauft der scheidenden Tochter für 1,1 Milliarden Euro illiquide Wertpapiere ab. Die Allianz hält künftig noch 14 Prozent an dem fusionierten Institut.
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