Das Überleben von
Q-Cells hängt am seidenen Faden: Der Betrieb hat fast kein Eigenkapital mehr und operative Gewinne sind erst 2014 zu erwarten. Zudem ist Vorstandschef Nedim Cen abhängig vom guten Willen seiner Gläubiger. In den nächsten fünf Wochen muss er die Zeichner einer 200 Mio. Euro schweren Wandelanleihe davon überzeugen, auf die bis Ende Februar fällige Rückzahlung der Forderungen noch Jahre zu warten. Gelingt das Q-Cells nicht, droht dem Unternehmen nach Ansicht von Sanierungsexperten die Insolvenz. Cen will davon noch nichts wissen: "Eine Insolvenz ist derzeit nicht in der Diskussion", sagte er am Dienstag. Q-Cells habe ein Liquiditätspolster von 304 Mio. Euro.
Wegen der weltweit massiven Überkapazitäten und des daraus folgenden Preisverfalls sind viele Solarfirmen in Bedrängnis, Verluste sind an der Tagesordnung. Nach diversen Pleiten in der USA mussten zuletzt in Deutschland der Branchenpionier
Solon und der Kraftwerksentwickler
Solar Millennium Insolvenz anmelden.
Den Q-Cells-Aktionären drohen schon jetzt Verluste. Denn Cen will weitere, 2014 und 2015 fällige Wandelanleihen über insgesamt 375 Mio. Euro in Eigenkapital tauschen, um das Unternehmen aus Bitterfeld-Wolfen zu retten. Insgesamt ist Q-Cells mit knapp 800 Mio. Euro verschuldet.
Die Gläubiger müssten dann auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten und erhielten dafür Aktien - auf Kosten der gegenwärtigen Anteilseigner, deren Beteiligung dramatisch verwässert würde. In einem ähnlich gelagerten Fall müssen sich die Altaktionäre von Pfleiderer mit einem minimalen Anteil an dem Holzverarbeiter begnügen.
Diese Aussicht schlug sich im Aktienkurs nieder: Er rauschte um mehr als 20 Prozent auf ein Allzeittief von 38 Cent. Damit ist Q-Cells an der Börse nur noch 67 Mio. Euro wert. Sven Kürten von der DZ Bank nannte die Aussichten eine "Katastrophe". Die Situation sei dramatisch.











