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16.12.2011
Das Spiel "Mafia Wars" der Firma Zynga
Das Spiel "Mafia Wars" der Firma Zynga

Social Media Games

Zynga verdient eine Milliarde bei Börsengang

Millionen Facebook-Nutzer sind bereit, für virtuelle Traktoren und Häuser zu zahlen. Das bringt dem Anbieter Zynga bei seinem Börsengang eine Menge Geld.

Es dürfte der größte Börsengang eines amerikanischen Internetunternehmens seit Google sein: Der Onlinespiele-Spezialist Zynga nimmt bei seiner Aktienplatzierung 1 Mrd. Dollar ein. Nach Berichten der Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg konnte die Anteilsscheine am obersten Ende der Preisspanne platziert werden.

Es seien 100 Millionen Aktien zum Preis von zehn Dollar verkauft worden, sagten dem Vorgang vertraute Person. Die Spanne war von Zynga mit 8,50 bis zehn Dollar angesetzt worden. Google hatte bei seinem Börsengang 1,7 Mrd. Dollar erlöst. Auch nach übereinstimmenden US-Medienberichten vom späten Donnerstag wurde der Entwickler von Hits wie "Farmville", "Cityville" oder "Mafia Wars" seine Aktien bei den Investoren zu jeweils 10 Dollar los.

Zusammen mit den Aktien, die noch bei den Alteigentümern verbleiben, wird Zynga den Angaben zufolge mit 7 Mrd. Dollar bewertet. Mit noch ausstehenden Optionen läge der Firmenwert bei 8,9 Mrd. Dollar.

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Zynga betreibt eine Plattform für Online-Spiele, die meist eine virtuelle Welt simulieren: "Farmville" etwa bunte Äcker und Farmen, das akuell populärste Game "Cityville" eine Stadt. Das Spielen ist an sich kostenlos, Zynga verdient aber Geld, wenn sich Nutzer zusätzliche virtuelle Artikel wie einen Traktor oder Pflanzensamen kaufen.

Damit kommt auch bei niedrigen Preisen einiges zusammen: In den ersten neun Monaten 2011 verdiente Zynga rund 30 Mio. Dollar bei einem Umsatz von etwa 830 Mio. Dollar. Dafür reicht schon, dass nach jüngsten Angaben lediglich 6,7 Mio.der insgesamt mehr als 220 Mio. aktiven Spieler Geld bei Zynga-Spielen ausgeben.

Zynga bot 100 Millionen Aktien an. Der Gesamtwert des größten Spielelieferanten liegt deutlich unter dem, was Zynga-Chef Marc Pincus ursprünglich anpeilte. Die gedämpfte Euphorie für Börsengänge von Webfirmen haben ihn auf den Boden der Realität zurückgeholt. Die Aktienkurse der meisten zuvor hoch gehandelten US-Börsenneulinge, wie Groupon oder Linkedin, notieren seit dem Investorenansturm am ersten Handelstag deutlich niedriger. Auch die Aktie der mit viel Vorschusslorbeeren an der Börse gestarteten südkoreanische Onlinespielefirma Nexon fiel am ersten Handelstag in Tokio unter den Ausgabepreis.

Zynga war das erste Unternehmen, das sein Geschäftsmodell zunächst allein an Facebook knüpfte. Der Onlinespielehersteller betreibt über das mit 800 Millionen Nutzern weltweit größte Onlinenetzwerk Spiele wie "Farmville" oder "Mafia Wars". Fast alle Spieler und damit über 90 Prozent des gesamten Umsatzes kommen über Facebook zu Zynga. Diese Abhängigkeit gilt für den Spielehersteller allerdings auch als Risiko. Er versucht sie deshalb zu verringern, etwa indem er auch mit Google kooperiert. Doch Zynga hat Facebook bis 2015 Exklusivitätsrechte zugesichert. Das Unternehmen wird bis dahin einige Spiele zuerst dort veröffentlichen, ehe sie woanders vertrieben werden.

In diesem Jahr dürften Zyngas Erlöse angesichts des Wachstums erstmals die Milliardengrenze überschreiten, nach knapp 600 Mio. Dollar im Vorjahr. Der Gewinn betrug in den ersten neun Monaten 30,7 Mio. Dollar, nach 47,6 Mio. Dollar im Vergleichszeitraum 2010.

Einige der bisherigen Anteilseigner von Zynga müssen darauf setzen, dass ihre Anteile langfristig wieder an Wert gewinnen. Noch im Februar hatte das Unternehmen 490 Mio. Dollar bei Geldgebern außerhalb der Börse eingesammelt und dabei Aktien für je 14 Dollar vergeben. Zu den Investoren gehörte auch die Bank Morgan Stanley, die nun den Börsengang mit vorbereitet.


© 2011 ftd.de

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