Die Deutsche Post steht vor einem Teilrückzug aus ihrem Geschäft in den USA. Dort sollen bis zu 33.000 Jobs wegfallen, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Auch das "Wall Street Journal Europe" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichteten über ähnliche Pläne. Demnach sind auch Tausende Verwaltungsstellen in anderen Ländern – darunter Deutschland – gefährdet. Laut "Süddeutscher Zeitung" will die Post fast ihr gesamtes inneramerikanisches Expressgeschäft aufgeben, das Verluste schreibt.
Die Deutsche Post erwartet aus dem Engagement in den USA einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro im laufenden Jahr – sie kam von Beginn an nicht gegen die großen US-Dienste Fedex und UPS an. Angesichts der drastisch verschlechterten Wirtschaftslage reichten die im Mai vom neuen Post-Vorstandsvorsitzenden Frank Appel angekündigten Sanierungsschritte nicht aus, heiß es. Appel hatte damals angekündigt, DHL Express wolle die inneramerikanischen Frachtflüge künftig vom Konkurrenten UPS abwickeln lassen. Damals war von etwa 1800 wegfallenden Arbeitsplätzen die Rede.
Bei DHL Express gibt es den Informationen zufolge derzeit etwa 12.000 bis 13.000 Arbeitsplätze. Dazu kommt eine nicht benannte Zahl von Stellen bei anderen Dienstleistern, die von DHL beschäftigt werden. Bei DHL Express dürfte der größte Teil der Arbeitsplätze wegfallen, hieß es. Es würden aber weiterhin noch Mitarbeiter bleiben, die Kunden in den USA mit internationalen Lieferungen aus und nach Europa und Asien bedienten.
DHL werde dieses Geschäft weiter über die großen Flughäfen abwickeln und benötige dafür auch in Zukunft Mitarbeiter, beispielsweise für Abholung und Anlieferung von Fracht. Dieser Teil des Netzwerkes habe aber eine sehr viel geringere Größenordnung als bisher.
Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) meldete, Appel werde einen "massiven Stellenabbau" bekannt geben. Es werde ein "schwarzer Montag" für die Deutsche Post, schrieb das Blatt: In dem verlustreichen Bereich seien insgesamt 40.000 Arbeitsplätze akut bedroht, je zur Hälfte bei der Post und noch einmal so viele bei ihren amerikanischen Partnern.
"Appels Notfallplan bedeutet das Ende für das DHL-Luftdrehkreuz in Wilmington (Ohio), immerhin 8000 Jobs sind davon betroffen", hieß es in der FAS. Diese Zahl wurde zunächst nicht bestätigt. Die beiden Fluggesellschaften ABX Air und Astar Air Cargo flögen auch für andere Kunden, selbst wenn DHL der Hauptzulieferer sei, heiß es.
Die sehr erfolgreiche Logistikdivision von DHL in den USA mit 25.000 Mitarbeitern sei von den Plänen nicht betroffen, betonte die mit den Vorgängen vertraute Person. "Wir werden nicht komplett aus den USA rausgehen", sagte die Quelle.
Post-Chef Appel wollte am Montagnachmittag die neuen Pläne zusammen mit den Bilanzzahlen aus den ersten neun Monaten der Öffentlichkeit vorstellen.
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