20.08.2009
Die Schweizer Regierung werde damit die ursprüngliche Investition in die UBS voll zurückführen.
Die Schweizer Regierung werde damit die ursprüngliche Investition in die UBS voll zurückführen.
Foto: dpa-PA

Rückzug

Schweizer Regierung steigt bei UBS aus

Kurz nach der Einigung der schweizerischen Großbank im Steuerstreit mit den US-Behörden zieht sich die Regierung in Bern aus ihrem Engagement zurück. Sie will ihre Beteiligung an dem Institut schnellstmöglich veräußern.

Das Finanzministerium (EFD) gab bekannt, dass es ein Bankenkonsortium mit der Platzierung der 332,2 Millionen UBS-Aktien aus der Wandlung der Pflichtwandelanleihe im Umfang von 6 Milliarden Franken (4 Milliarden Euro) beauftragt habe. Die Platzierung soll voraussichtlich am Donnerstag abgeschlossen werden.

Gleichzeitig würden die Couponzahlungen der Pflichtwandelanleihe gegen eine Barzahlung von rund 1,8 Milliarden Franken (1,2 Milliarden Euro) an die UBS zurückverkauft. Die Regierung werde damit die ursprüngliche Investition in die UBS voll zurückführen und zusätzlich einen angemessenen Gewinn sicherstellen, teilte das Ministerium mit.

Nach Angaben der UBS wird der Bund die von ihm gehaltene Pflichtwandelanleihe vollständig in UBS-Aktien umwandeln und diese bei institutionellen Investoren platzieren. Die Bank dankte der Regierung für ihr entschlossenes Handeln im Rahmen der Finanzkrise Ende vergangenen Jahres und wertete die Entscheidung des Bundesrats zum Ausstieg als Anerkennung für die eingeleiteten Maßnahmen zur Gesundung der Bank. Die Schweizerische Nationalbank begrüßte den Abbau des UBS-Engagement des Bundes. Sie wies in ihrer Mitteilung darauf hin, dass der Bund mit diesem Verkauf an der UBS nicht mehr beteiligt sei.

Im Steuerstreit mit Washington muss die UBS unterdessen 4450 Kundendaten mutmaßlicher Steuerbetrüger an die US-Behörden herausgeben. Ein entsprechendes Abkommen zwischen beiden Staaten wurde am Mittwoch in Washington unterzeichnet und trat am selben Tag in Kraft. Die Schweiz hatte sich mit den USA nach monatelangen Verhandlungen vor einer Woche definitiv auf einen Vergleich geeinigt und damit einen Prozess abgewendet. Die US-Steuerbehörde IRS forderte in ihrer Zivilklage gegen die UBS ursprünglich die Herausgabe von 52.000 Kundendaten mutmaßlicher Steuerbetrüger, die rund 15 Milliarden Dollar am US-Fiskus vorbeigeschleust haben sollen.


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