2007 hatte das Frankfurter Institut noch ein Vorsteuerergebnis von 2,5 Milliarden Euro eingefahren. Dank eines Steuerertrags erwirtschaftete die zweitgrößte deutsche Bank unterm Strich einen Mini-Gewinn von drei Millionen Euro - nach 1,9 Milliarden Euro im Jahr zuvor.
"Wir müssen realistisch sein: 2009 wird nochmals ein sehr schwieriges Jahr", erklärte Finanzvorstand Eric Strutz am Mittwoch in Frankfurt. Es werde weitere konjunkturelle Belastungen geben, erst 2010 rechne er mit einer Besserung der Lage. Die Talfahrt hatte sich Im Schlussquartal für die Commerzbank beschleunigt: Das Institut schrieb tiefrote Zahlen. Die Commerzbank erhielt inzwischen Milliardenhilfe vom Staat und im Gegenzug den Bund als Großaktionär.
"Das vierte Quartal war eines der schwersten der Commerzbank", sagte Vorstandssprecher Martin Blessing laut Mitteilung. Unter dem Strich fiel in dem Zeitraum ein Verlust von 809 Millionen Euro an -nach einem Gewinn von 201 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Operativ rutschte die Bank nach einem Plus von 2,5 Milliarden Euro im Vorjahr mit 378 Millionen Euro ins Minus. Die Aktie der Bank legte zum Handelsstart neun Prozent auf 3,075 Euro zu und bügelte damit einen Teil seiner Verluste in den Handelstagen zuvor wieder aus. Die Zahlen seien "etwas besser als befürchtet ausgefallen", sagte ein Händler.
Vor allem die Staatsfinanzierung, das Immobiliengeschäft und das Investmentbanking setzten der zweitgrößten deutschen Bank schwer zu - in diesen Sparten schrieb die Bank sowohl im Schlussquartal als auch im Gesamtjahr deutliche Verluste. In den Kerngeschäftsfeldern Privat- und Geschäftskunden und Mittelstand blieb der Konzern dagegen in der Gewinnzone, auch in Mittel- und Osteuropa blieb ein leichtes Plus. Der Zinsüberschuss erhöhte sich 2008 um 18 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Handels- und Finanzanlagenergebnis rutschten wegen hoher Belastungen infolge der Finanzmarktkrise ins Minus. Die Gesamtbelastungen aus der Krise für das Jahr 2008 bezifferte ein Sprecher auf rund 2,1 Milliarden Euro.
Ihren Mitarbeitern und Vorstandsmitgliedern zahlt die Commerzbank für das abgelaufene Jahr wegen des negativen Vorsteuerergebnisses keinen Bonus. Die Mitarbeiter bekämen eine individuelle Anerkennung für geleistete Mehrarbeit. "Viele Abteilungen waren profitabel, viele Mitarbeiter haben die erwarteten Leistungen erbracht. Umso bedauerlicher ist es, dass das Ergebnis nicht für Bonuszahlungen ausreicht", sagte Strutz. Für die Zukunft will die Commerzbank ein neues Anreiz- und Vergütungssystem erarbeiten. Auch die Aktionäre gehen leer aus: Für das abgelaufene Jahr wird das Institut, das vom Staat mit Kapital in Höhe von insgesamt 18,2 Milliarden Euro gestützt wird, keine Dividende ausschütten.
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