11.08.2010
Eon-Chef Johannes Teyssen
Eon-Chef Johannes Teyssen
Foto: Bloomberg

Positive Halbjahresbilanz

Langer Winter bringt Eon gute Zahlen

von Jessica Boesler

Der deutsche Versorger profitiert von der kalten Witterung im ersten Halbjahr und kann sein Betriebsergebnis deutlich steigern. Noch ist Eon der umsatzstärkste Energieversorger Europas, doch der französische Konkurrent GDF Suez macht ihm die Spitze streitig.

Der größte deutsche Energiekonzern Eon hat in der ersten Jahreshälfte dank eines gestiegenen Strom- und Gasabsatzes operativ mehr verdient. Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis stieg um 11 Prozent auf knapp 6,1 Milliarden Euro. Das teilte der Konzern am Mittwoch mit. Dabei profitierte Eon von der Wirtschaftserholung und dem langen Winter. Der Umsatz stieg um 7 Prozent auf 44,3 Milliarden Euro. Der Überschuss dagegen ging aufgrund höherer Zins- und Steuerbelastungen um 9 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro zurück.

Einen Tag vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen wurde bekannt, dass der französische Energiekonzern GDF Suez den britischen Konkurrenten International Power übernimmt und damit vor Eon zum umsatzstärksten Stromkonzern der Welt wird.

GDF Suez und International Power gründen nach eigenen Angaben ein neues Unternehmen, in dem International Power und die Einheit GDF Suez Energy International aufgehen werden. Damit bringt GDF Suez seine außereuropäischen Aktivitäten im Nahen Osten, Lateinamerika und Asien ein. Die Franzosen werden an dem neuen Unternehmen 70 Prozent halten. Die International-Power-Aktionäre erhalten im Gegenzug 92 Pence je Aktie. Das neue Unternehmen wird mit 20 Milliarden Pfund bewertet. Das Konglomerat kommt auf einen Umsatz von 84 Milliarden Euro. Eon erzielte 2009 einen Umsatz von 81,8 Milliarden Euro.

Wie GDF Suez zur Nummer Eins aufsteigt

Der Zusammenschluss klappte erst im zweiten Anlauf. GDF Suez und International Power hatten im Januar ihre Gespräche zunächst für gescheitert erklärt. Im Juli wurde dann bekannt, dass sie die Verhandlungen erneut aufgenommen hatten. International Power ist weltweit an mehr als 50 Kraftwerken beteiligt. GDF Suez ist derzeit noch nach Eon der umsatzstärkste Energieversorger Europas. Der Konzern war 2008 aus der Fusion des Gasversorgers Gaz de France und des Mischkonzerns Suez entstanden.

GDF Suez lässt mit der Übernahme seinen deutschen Konkurrenten Eon als weltweit umsatzstärksten Versorger hinter sich. Zugleich werden die Franzosen damit zum zweitgrößten Stromproduzenten der Welt. In Europa sind sie ohnehin schon der größte Gasversorger. Der Konzern war vor rund zwei Jahren aus der Fusion des Gasversorgers Gaz de France und des Mischkonzerns Suez entstanden. Auch in Deutschland ist GDF Suez nicht untätig: Im vergangenen Jahr tauschten die Franzosen Erzeugungskapazitäten mit Eon und positionierten sich unter anderem als Partner von Stadtwerken.

mit Agenturen


Quelle: ftd.de
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