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10.01.2012

Foto: reuters

Personalabbau

Harte Zeiten für Londons Banker

von Titus Kroder

Die Krise macht auch vor der "Canary Wharf" nicht halt: In Londons Finanzbezirk geht die Angst vor der Kündigung um. Die dortigen Banken bauen binnen sechs Monaten 20.000 Stellen ab, auch die Erfolgsprämien schrumpfen.

Im Londoner Finanzbezirk beschleunigt sich der Stellenabbau angesichts der Euro-Krise und steigender Kosten der Banken rapide. Der britische Unternehmerverband CBI prognostiziert einen Verlust von 11.000 Arbeitsplätzen im ersten Quartal.

Damit wären von September bis Ende März 20.000 Stellen bei Banken, Versicherern, Fonds und Brokern verschwunden - jeder zehnte Londoner Banker hätte seinen Job verloren, seit die US-Bank Lehman Brothers im Herbst 2008 zusammengebrochen war. "Im Bankensektor fallen die meisten Stellen weg", sagte Ian McCafferty vom CBI.

Die Finanzbranche muss ein schwächeres Geschäft sowie dauerhaft gestiegene Kosten verkraften. Die Kapitalanforderungen steigen, gleichzeitig verschwindet das implizite Verständnis, dass Staaten die Banken in Krisen immer retten. Das verteuert die Finanzierung der Geldhäuser. Die Institute reagieren deshalb mit enormen Stellenkürzungen.

Allein die größte britische Bank HSBC will mittelfristig 30.000 Arbeitsplätze abbauen. Lloyds Banking Group, die größte Filialbank Großbritanniens, will sich von 15.000 Mitarbeitern trennen. Die Zahl der offenen Stellen ist laut der Personalfirma Astbury Marsden seit dem vergangenen Jahr bereits um acht Prozent auf 54.000 gesunken.

Auch bei Gehältern und Boni werden die Häuser bescheidener. Laut "Wall Street Journal" planen US-Banken wie Goldman Sachs, die Bezüge ihrer Partner drastisch zu kürzen. Händler bei Morgan Stanley müssen sich auf 40 Prozent geringere Erfolgsprämien einstellen. Boni machen im angelsächsischen Raum oft ein Vielfaches des Grundgehalts aus. Nach Schätzungen der Personalberatung Korn Ferry International sollten Banker in Europa mit Kürzungen der Boni um bis zu 50 Prozent rechnen.


© 2012 ftd.de

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