Nach langem Ringen kommt die
Deutsche Bank beim Verkauf von Teilen der verstaatlichten niederländischen Bank ABN Amro doch zum Zug. Das niederländische Finanzministerium teilte am Dienstag mit, es habe sich mit der größten deutschen Bank grundsätzlich geeinigt. Auch das größte deutsche Geldhaus veröffentlichte eine entsprechende Absichtserklärung.
Die Regierung will aus ABN Amro und der ebenfalls verstaatlichten Fortis Bank Nederland ein neues Großinstitut schmieden. Im Gegenzug für eine Genehmigung der Transaktion verlangt die Europäische Kommission allerdings, dass Teile von ABN Amro abgegeben werden. Die Niederlande wollen die Wettbewerbshüter nun bitten, die Frist für den Verkauf bis zur Aushandlung eines endgültigen Vertrages zu verlängern.
Die Deutsche Bank nutzt die Schwäche vieler Konkurrenten derzeit gezielt für Zukäufe. So strebt sie die Übernahme der Privatbank Sal. Oppenheim an. Nach der Einigung mit der niederländischen Regierung würde das Institut unter anderem die Mittelstandsbank Hollandsche Bank Unie (HBU) und andere Firmenkundeneinheiten übernehmen.
Zu den Konditionen wollte sich die Regierung nicht äußern. Die Deutsche Bank hatte die Gespräche im September platzen lassen, war dann aber an den Verhandlungstisch zurückgekehrt.
Die Finanzkrise hatte den Verkaufsprozess enorm verkompliziert: Nach der ursprünglichen, im vergangenen Sommer getroffenen Vereinbarung sollte die Deutsche Bank 709 Millionen Euro zahlen. Fortis hatte einige Segmente von ABN Amro zuvor übernommen, müsste aber bestimmte Teile verkaufen, um Wettbewerbsbedenken der Kommission auszuräumen. Nach der Verstaatlichung von Fortis und damit ABN Amro hatten die Niederländer die Übereinkunft als nicht mehr gültig bezeichent.
Sollte die Transaktion nun gelingen, würde die Deutsche Bank nach eigenen Angaben zum viertgrößten Akteur im niederländischen Firmenkundengeschäft und Investmentbanking. Das Geldhaus verwies darauf, dass noch diverse Genehmigungen ausstünden. So müsse der Aufsichtsrat des Hauses noch zustimmen.
Quelle: ftd.de
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