„Wir sind zuversichtlich, dass wir weitere Bestellungen aus der Region gewinnen können“, erklärte ein Eurofighter-Sprecher am Freitag auf Anfrage von Capital.de. So läuft nach Informationen aus Branchenkreisen derzeit auch eine sehr aussichtsreiche Verkaufskampagne über 60 Eurofighter für die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE). Großkunde für Kampfjets in der arabischen Region ist bereits Saudi-Arabien. Falls sich auch die Vereinigten Arabischen Emirate für den Eurofighter entscheiden würden, hätten drei unmittelbar angrenzende Staaten den Flieger geordert.
Bemerkenswert ist, dass es sich bei der Bestellung aus dem Oman für zwölf Eurofighter und acht Hawk Jet-Trainer im Wert von umgerechnet gut drei Mrd. Euro um einen echten zusätzlichen Auftrag für den Kampfjet handelt, wie der Eurofighter-Sprecher bestätigte. Bei den Aufträgen aus Saudi-Arabien handelt es sich nämlich um ein Geschäft zwischen der Regierung in London und Riad. Im 2006/2007 vereinbarten so genannten Salam-Projekt hat die britische Regierung mit den Saudis die Lieferung von 72 Kampfjets vereinbart. Bisher sind schon gut zwei Dutzend Eurofighter, die für die britischen Streitkräfte bestimmt waren, an die Saudis weitergeleitet worden. Aktuell gibt es Verzögerungen bei den Verhandlungen über eine mögliche Aufstockung des Vertrages durch Riad und der Frage der Endmontage in Großbritannien oder Saudi-Arabien. Der Oman soll die modernste Version des Eurofighter-Modells aus dem dritten Produktionsabschnitt (Tranche 3) ab 2017 erhalten.
Für das Eurofighter-Konsortium mit den Konzernen EADS, BAE Systems und Finmeccanica/Alenia ist der Oman-Auftrag ein kleiner Trost nach dem Scheitern des Megaauftrags aus Indien sowie gescheiterte Verhandlungen mit der Schweiz. Für den britischen Rüstungskonzern BAE Systems, dessen Fusion mit EADS Anfang Oktober platzte, ist die Bestellung aus dem Oman auch eine wichtige wirtschaftliche Stütze.
Neue Eurofighter-Aufträge gäben auch etwas Zukunftshoffnung für die nach derzeitiger Planung 2016/2017 auslaufende Produktion des Kampfjets. Das Konsortium hatte Ende 2011 noch einen Auftragsbestand von gut 18 Mrd. Euro, bei einem Jahresumsatz von 4,5 Mrd. Euro. Die Endmontage für die Oman-Jets soll zwar in Großbritannien erfolgen, aber Zulieferungen erfolgen aus Deutschland, Italien und Spanien. Zudem profitiert das Triebwerkskonsortium Eurojet, an dem auch MTU Aero Engines in München beteiligt ist, vom Oman-Auftrag. 2011 lieferte das Konsortium 51 Flieger aus – in diesem Jahr sollen es weniger sein.
Zusammen mit dem Oman-Auftrag liegen jetzt 571 Bestellungen für den Eurofighter vor. Nicht eingerechnet ist dabei ein weiterer Produktionsabschnitt (Tranche 3b), der wegen leerer Kassen bislang nicht gesichert ist. Bislang sind über 340 Jets ausgeliefert. An der Spitze der Bestellstaaten stehen Großbritannien mit 160 Fliegern und Deutschland mit 143 Modellen.
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