Die US-Unternehmen sitzen einer Untersuchung zufolge derzeit knapp 1000 Mrd. Dollar Bargeld. Das Geld werde angesichts der unklaren Entwicklung der Konjunktur aktuell kaum in den Geschäftsaufbau oder für Neueinstellungen ausgegeben, erklärte die Ratingang Moody's Investors Service zu ihrer Studie.
Sollte sich die Wirtschaft stabilisieren, würden die Firmen ihre Bestände aber wieder angreifen und dabei auch in Programme für den Aktienrückkauf und in Zukäufe investieren.
Aktuell gehe Moody's davon aus, dass die Unternehmen erst noch größere Sicherheit für die weitere Entwicklung der Wirtschaft haben wollten. So würden sie auf Anzeichen für dauerhafte Umsatzzuwächse warten.
Moody's zufolge horteten die US-Firmen bis zur Mitte dieses Jahres 943 Mrd. Dollar Bargeld. Die Unternehmen aus der Finanzbranche sind darin nicht eingerechnet. Ende 2008 hatte der Bargeld-Bestand noch 775 Mrd. Dollar betragen.
Aktuell würden 346 Mrd. Dollar oder rund 37 Prozent der Bargeld-Bestände allein auf 20 Firmen entfallen. Dabei sitze der Technologiekonzern
Cisco Systems mit knapp 40 Mrd. Dollar auf den höchsten Berg, gefolgt von
Microsoft mit knapp 37,
Google mit 30,
Oracle mit 23 und
Ford mit 22 Mrd. Dollar.
Auch
Apple befeuert mit einem Bargeldbestand von mehr als 25 Mrd. Dollar die Fantasie der Anleger, die sich fragen, welche Firma Konzernchef Steve Jobs denn demnächst kaufen will.
Unterteilt nach Branchen lägen 207 Mrd. Dollar bei Technologiefirmen, errechnete Moody's. 124 Mrd. Dollar hätten die Pharmaunternehmen in ihren Kassen und 105 Mrd. Dollar die Energie-Branche.
Nach Meinung von Aktionären und Analysten wäre es in vielen Fällen besser, wenn die Unternehmen einen Teil der hohen Summen vermehrt in Aktienrückkäufe oder Dividenden oder beides stecken würden, anstatt beispielsweise riskante Zukäufe zu tätigen.
Einige Firmen reagieren auf diese Forderungen und geben einen Teil ihrer Milliarden aber auch an ihre Aktionäre weiter, so wie beispielsweise
IBM. Der größte IT-Servicedienstleister teilte am Dienstag mit, sein ehrgeiziges Programm zum Aktienrückkauf erneut um einen zweistelligen Milliardenbetrag aufzustocken.
Der Verwaltungsrat des Technologiekonzerns bewilligte zusätzliche 10 Mrd. Dollar, womit dem Unternehmen nun insgesamt 12,3 Mrd. Dollar für den Erwerb eigener Anteilscheine zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es eine Quartalsdividende von 65 Cent.
Der IT-Konzern schüttet seit 1916 regelmäßig eine Dividende aus. IBM gab seit 2003 laut Vorstandschef Samuel Palmisano 91 Mrd. Dollar in Form von Aktienrückkäufen und Dividenden an die Aktionäre zurück.
Dividenden und Aktienrückkäufe sind in den USA ein weitverbreitetes Mittel zur Kurspflege. Die Verknappung der an der Börse gehandelten Anteile führt tendenziell zu höheren Kursen, muss aber nicht.
Microsoft, einer der wenigen Dividendenzahler unter den US-Technologieunternehmen, erhöhte seine Dividende im September um 23 Prozent, um die unerfreuliche Kursentwicklung der Aktie zu verbessern. Der Aktienkurs des weltgrößten Softwarekonzerns, der meist gute Geschäftszahlen liefert, aber in wichtigen Geschäften wie Smartphones und Internetsuche den Anschluss nicht findet, reagierte aber kaum darauf.
Quelle: ftd.de
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