07.08.2008
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Lufthansa, Wolfgang Mayrhuber
Lufthansa, Wolfgang Mayrhuber
Foto: Martin Langhors für capital

Lufthansa

Anschnallen, bitte!

Europas zweitgrößte Fluglinie droht in den Sog der weltweiten Branchenkrise zu geraten. Auf den erfolgsverwöhnten Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber, der noch bis Ende 2010 an Bord bleiben will, kommen harte Zeiten zu. Und auf seine Kronprinzen reichlich Gelegenheit, sich zu beweisen.



Wenn Wolfgang Mayrhuber ins Grübeln kommt, muss er raus ins Grüne. So wie im Juni. Kaum hatte der Jet aus Istanbul am Frankfurter Airport aufgesetzt, war der Deutsche-Lufthansa-Chef auch schon auf dem Weg in den Stadtwald. Ausspannen, Kraft tanken, nachdenken. Der Trip an den Bosporus, zur Jahrestagung des Weltluftfahrt­verbandes IATA, hatte den 61-jährigen Öster­reicher ganz schön geschlaucht.

Kein Wunder, denn das Thema war alles andere als erfreulich: Die Luftfahrtindus­trie wird vom schlimmsten Sturm seit Jahrzehnten durchgerüttelt. Je mehr der Ölpreis steigt, je teurer das Flugbenzin wird und je stärker die Weltkonjunktur nachlässt, desto mehr ist zu befürchten, dass auch Europas zweitgrößter Carrier vom Erfolgskurs abkommen könnte. Bisher lässt nur die Aktie die Flügel hängen, sonst ist die Lufthansa sehr gut unterwegs. Trotzdem muss Mayrhuber seine ganze Navigationskunst aufbieten, damit die Airline die Krise halbwegs unbeschadet übersteht.



Die Turbulenzen, die noch viel schlimmer sind als nach den Anschlägen vom 11. September oder der Sars-Epidemie Anfang des Jahrtausends, haben bereits et­liche Fluggesellschaften abstürzen lassen. Seit Dezember gab es in den USA und Asien mehr als 20 Firmenpleiten. Davon ist die Lufthansa zwar meilenweit entfernt. Doch die Zweifel an einem weiteren Aufschwung des Unternehmens steigen. Das Ziel, den Betriebsgewinn dieses Jahr wieder zu toppen, hat der Chef kürzlich sang- und klanglos fallen lassen. Mit ­Mühe erreicht er bestenfalls die alte Zahl von 1,4 Milliarden Euro. Manche Experten rechnen sogar damit, dass in diesem Jahr noch eine Gewinnwarnung folgt. Längst ist keine Rede mehr davon, 2009 noch eins draufzulegen. Da sind sich Analysten und Lufthansa-Manager einig.

Von höherem Gewinn dieses Jahr ist keine Rede mehr, für 2009 drohen gar rote Zahlen

Im Gegenteil – viele Beobachter erwarten erstmals seit Jahren wieder rückläufige Erträge. Nils Machemehl, Analyst der BHF-Bank, sagt für 2009 sogar einen operativen Verlust von 400 Millionen Euro voraus, falls die Lufthansa nicht radikal gegensteuert. "Bei der Ölpreisentwicklung sehe ich keinen Grund, in Flug­gesellschaften zu investieren. Nicht einmal in so starke wie die Lufthansa."


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