12.08.2010
RWE-Vorstandschef Jürgen Grossmann
RWE-Vorstandschef Jürgen Grossmann
Foto: AP

Kritik an Atomsteuer

RWE stellt mittelfristige Ziele infrage

Die geplante Brennelementesteuer ist in einem Gesetzentwurf bereits ausformuliert. Der Energiekonzern RWE hält davon wenig. Das Unternehmen steigert zwar seine Erlöse um gut zwölf Prozent, überprüft nun aber seine betriebswirtschaftlichen Ziele.

Der Energiekonzern RWE hat im ersten Halbjahr Umsatz und Betriebsgewinn gesteigert. Der Konzern bestätigte am Donnerstag zwar seine Prognose für das laufende Jahr. Wegen der von der Bundesregierung geplanten Brennelementesteuer will der Atomkraftwerksbetreiber jedoch seine mittelfristigen Ziele bis einschließlich 2013 überprüfen. "Eine solche Steuer würde unsere Ertragskraft erheblich schmälern - und damit auch den finanziellen Spielraum für Investitionen in erneuerbare Energien, CO2-arme Kraftwerke und zukunftsfähige Netze", sagte Vorstandschef Jürgen Großmann am Donnerstag laut einer Mitteilung.

Die Brennelementesteuer soll von 2011 bis 2014 jährlich 2,3 Milliarden Euro in die öffentlichen Kassen spülen. RWE rechnet damit, dass die Abgabe die Atombranche mit bis 4 Milliarden Euro brutto pro Jahr belasten wird.

Der Energieversorger hatte im Februar mitgeteilt, dass sich die Dividende in einer Spanne von 50 bis 60 Prozent des nachhaltigen Nettoergebnisses bewegen und bis einschließlich 2013 im jeweiligen Vorjahresvergleich mindestens stabil bleiben solle. Zudem hatte der Konzern eine jährliche Steigerung des betrieblichen Ergebnisses am unteren Ende einer Spanne von fünf bis zehn Prozent in Aussicht gestellt. Das für die Dividende entscheidende nachhaltige Nettoergebnis sollte jährlich im Durchschnitt um fünf Prozent steigen.

Von Januar bis Ende Juni steigerte RWE seine Erlöse um 12,2 Prozent auf 27,35 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn kletterte um 21,4 Prozent auf 4,96 Milliarden Euro. Beide Kennziffern lagen leicht über den Erwartungen der Analysten. RWE profitierte von der Konjunkturerholung und der Integration des im vergangenen Jahr gekauften niederländischen Energiekonzerns Essent.


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Quelle: ftd.de
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