Der US-Fotokonzern
Eastman Kodak ist pleite. Am Donnerstag leitete das Traditionsunternehmen ein Verfahren nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts ein. Zugleich teilte Kodak mit, die
Citigroup habe der Firma eine Kreditlinie von fast 1 Mrd. Dollar eingeräumt. Es sei genügend Liquidität vorhanden, um den Geschäftsbetrieb während des Gläubigerschutzes Aufrecht zu erhalten, hieß es weiter. Man rechne damit, 2013 dieses Verfahren, von dem alle Töchter außerhalb der USA nicht betroffen seien, zu beenden.
Kodak-Chef Antonio Perez zeigte sich zuversichtlich, dass Kodak unter dem Schutz des Insolvenzverfahrens seinen Umbau erfolgreich abschließen könne. Dank der vereinbarten Finanzierung sollen auch die Mitarbeitergehälter gezahlt werden. Die 743 Millionen Dollar von der Citigroup müssen allerdings erst noch vom Insolvenzrichter freigegeben werden.
Kodak brachte 1888 die erste Kamera für Endverbraucher auf den Markt und galt viele Jahrzehnte als eine Ikone der Fotografie. Das Unternehmen hat nun schwer zu kämpfen, weil fast nur noch mit Digitalkameras fotografiert wird. Der Konzern versuchte aber erst nach dem Einbruch im klassischen Geschäft mit Filmen, mit den modernen Kameras eine breite Kundschaft zu erreichen. Seit 2007 schrieb das Unternehmen keinen Gewinn mehr. Der Konzern hat wegen weltweiter Standorte und seiner großen Mitarbeiterzahl hohe Fixkosten.
Über eine Kodak-Insolvenz war bereits seit Monaten heftig spekuliert worden, die ersten konkreten Hinweise gab es schon im Oktober. Eine Serie von Verlustjahren hatte die Bargeldreserven angegriffen. Das rund 130 Jahre alte Unternehmen hatte selbst gewarnt, dass ohne neue Mittel binnen zwölf Monaten das Aus kommen könnte.
Kodak sucht jetzt Schutz vor den Forderungen seiner Gläubiger nach Kapitel elf des US-Insolvenzrechts. Das Unternehmen beschäftigte laut Angaben zum Geschäftsjahr 2010 zuletzt 18.800 Mitarbeiter weltweit - vier Jahre zuvor waren es noch 40.900. Kodak ist seit 1896 über Tochterfirmen auch in Deutschland aktiv.
Im Überlebenskampf feuert der Foto-Pionier eine Patentklage nach der anderen ab. Jetzt ist der südkoreanische Elektronik-Konzern
Samsung an der Reihe - nach
Apple,
HTC und Kodaks Erzrivalen
Fujifilm. In der am Mittwoch eingereichten Klage wird Samsung die Verletzung von fünf Patenten vorgeworfen. Dabei geht es um Digitalkamera-Technologie sowie Verfahren zur Übermittlung von Aufnahmen.
Kodak versucht derzeit, ein Paket aus rund 1100 Patenten zu verkaufen, um sich dringend benötigtes frisches Geld zu besorgen. Experten gehen davon aus, dass Kodak mit den Klagen potenziellen Kaufinteressenten die Schlagkraft seines Patent-Portfolios demonstrieren will.
In unserer
Bildergalerie haben wir die wichtigsten Stationen des legendären Fotopioniers zusammengestellt.
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