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Deutsche Bank gibt sich auch nach einem erneuten Milliardengewinn im dritten Quartal vorsichtig. Zwar würden sich die Finanzmärkte voraussichtlich weiter normalisieren, schrieb der Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann in einem Brief an die Aktionäre. "In manchen Geschäftssparten und Produktbereichen sind die Altlasten der Krise nach wie vor spürbar", warnte er aber. Auch im gesamtwirtschaftlichen Umfeld blieben Risiken.
Bereits vergangene Woche hatte das größte heimische Institut einen Vorsteuergewinn von 1,3 Milliarden Euro gemeldet. Unter dem Strich blieben dank positiver Steuereffekte 1,4 Milliarden Euro. Investoren hatten allerdings angesichts hoher Erwartungen wenig begeistert reagiert.
Für die Mitarbeiter zahlt sich die Rückkehr zu Milliardengewinnen in diesem Jahr aus: Vor allem höhere Rückstellungen für Boni trieben die Personalkosten im dritten Quartal auf 2,8 Milliarden Euro, nach 1,9 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. In den ersten neun Monaten des Jahres erreichte der Personalaufwand mit knapp 9 Milliarden Euro bereits fast den Wert für das Gesamtjahr 2008, als er bei 9,6 Milliarden Euro lag.
Die Deutsche Bank ist besser durch die Krise gekommen als viele Konkurrenten und nutzt ihre Stärke derzeit gezielt für Zukäufe. So gab das Institut am Mittwoch die Übernahme der angeschlagenen Privatbank Sal. Oppenheim bekannt. Mit der mehr als 1 Milliarden Euro schweren Transaktion baut das Geldhaus das Geschäft mit vermögenden Privatkunden deutlich aus. Außerdem steht die Deutsche Bank nach langem Ringen kurz davor, Teile des Firmenkundengeschäfts der niederländischen ABN Amro zu übernehmen.
Gewinntreiber war im dritten Quartal erneut das starke Kapitalmarktgeschäft. Die restlichen Segmente erholten sich zwar, aber nur leicht. So bremst die anhaltende Zurückhaltung der Privatkunden die Bank weiter: Die Erträge lagen in diesem Segment mit 1,4 Milliarden Euro fast um die Hälfte niedriger als im Vorjahresquartal. Auch der Gewinn vor Steuern fiel mit 149 Millionen Euro deutlich geringer aus als im Vorjahreszeitraum, lag aber immerhin höher als im zweiten Vierteljahr 2009.
Leicht verbessert hat sich die Sparte, in der die Vermögensverwaltung und das Geschäft mit sehr vermögenden Privatkunden gebündelt sind. Die Erträge kletterten hier um acht Prozent auf 772 Millionen Euro. Nach einem Verlust von 95 Millionen Euro vor Jahresfrist fiel wieder ein Vorsteuergewinn von 134 Millionen Euro an. Die Deutsche Bank konnte 10 Milliarden Euro an Nettoneumittelzuflüssen verzeichnen, die allerdings durch negative Wechselkurseffekte teilweise wieder aufgezehrt wurden.
Im Investmentbanking, dem Hauptstandbein der Bank, fielen Erträge von 5,1 Milliarden Euro an. Sowohl das Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren als auch mit Aktien schnitten gut ab. Die Sparte erzielte einen Vorsteuergewinn von 988 Millionen Euro.
Die bei der Bank viel beachtete Eigenkapitalrendite lag nach der Zielgrößendefinition der Bank, bei der bestimmte Effekte nicht berücksichtig werden, bei 14 Prozent - und damit erneut deutlich unter dem angestrebten Wert von 25 Prozent. Die Kernkapitalquote (Tier 1) belief sich auf 11,7 Prozent.
Die Erträge lagen bei 7,2 Milliarden Euro. Geschmälert wurde der Wert durch einige Sonderbelastungen, darunter 111 Millionen Euro aus Wertsteigerungen eigener Verbindlichkeiten. Der Ausstieg beim Autobauer
Daimler brachte einen Gewinn von 110 Millionen Euro ein.
Quelle: ftd.de
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