Der wirtschaftlich angeschlagene Solarkraftwerk-Hersteller Solar Millennium hat Insolvenz beantragt. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Erlangen mit. Nach dem Berliner Solarmodulhersteller Solon, der vor einer Woche vor dem Amtsgericht in Charlottenburg einen Insolvenzantrag stellte, ist dies schon die zweite Pleite in der Branche binnen weniger Tage. Solon hatte einst als Vorzeigeunternehmen der Branche gegolten - und reichlich Subventionen kassiert.
Die beiden Fälle werfen ein grelles Schlaglicht auf die Schwierigkeiten der deutschen Solarbranche, die gegen Preisverfall, Überkapazitäten und Billig-Konkurrenz aus China kämpft.
Solar Millennium sorgt zudem seit gut zwei Jahren immer wieder für Skandale: Neben wirtschaftlichen Rückschlägen gab es staatsanwaltliche Ermittlungen gegen Ex-Aufsichtsrat Hannes Kuhn und einen öffentlich ausgetragenen Streit mit Ex-Firmenchef Utz Claassen. Claassen und das Unternehmen verklagten sich gegenseitig.
Zunächst hatte es am Mittwoch aus dem Unternehmen nur geheißen, ein wichtiges Projekt in Spanien sei gescheitert. Solar Millennium hatte das Kraftwerk Ibersol mit Hilfe eines öffentlichen Fonds finanzieren wollen. Doch das misslang. Das öffentliche Beteiligungsangebot wurde beendet, hatte das Unternehmen nur wenige Stunden mitgeteilt, bevor die Nachricht von der Pleite öffentlich wurde.
Die Kraftwerke, die Solar Millennium baut, gelten als Schlüsseltechnik der weltweiten Energiewende. Sie bestehen nicht aus herkömmlichen Photovoltaikzellen, sondern aus Spiegeln und Turbinen. Vorteil: Sie können Energie speichern. Auch Desertec beruht auf der Technik. Trotzdem vermeldete Solar Millennium seit langem nur Misserfolge und Skandale – unter anderem Insiderhandel und den spektakulären Abgang Claassens.
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