Die Gründerfamilie Kreke will den Handelskonzern Douglas mithilfe eines Finanzinvestors komplett kaufen und dann zerschlagen. Dafür verhandelt Firmenchef Henning Kreke mit Beteiligungsgesellschaften über ein öffentliches Übernahmeangebot. Ziel sei, "dass sich Douglas künftig auf das Parfümeriegeschäft konzentriert und die anderen Teile wie die Buchkette Thalia und die Juwelierkette Christ verkauft", erfuhr die Capital-Schwesterzeitung Financial Times Deutschland (FTD) aus Finanzkreisen. Douglas betonte, man sei derzeit "erst in der Konzeptphase".
Dafür soll Douglas nach der Übernahme von der Börse genommen werden. Dass das eigene Management das tut, kommt in Deutschland relativ selten vor - anders als in den USA. Der Familie Kreke, die Douglas vor 45 Jahren an die Börse gebracht hatte, gehören 12,6 Prozent. Die Oetker-Gruppe ist mit 25,8 Prozent der größte Aktionär des MDAX-Konzerns und will Branchenkreisen zufolge mitziehen.
Die Großaktionäre halten Douglas nach dem Kurssturz des vergangenen Jahres für unterbewertet und glauben FTD-Informationen zufolge, dass sie durch eine Zerschlagung das zusätzliche Wertpotenzial heben können. Krekes 71 Jahre alter Vater Jörn hatte seit 1949 aus einem Süßwarenladen im westfälischen Hagen einen Konzern mit Parfümerien (Douglas), Buchhandlungen (Thalia), Juweliergeschäften (Christ) und Süßwarenfilialen (Hussel) aufgebaut. Noch heute leitet er den Aufsichtsrat. Douglas macht mit 24.000 Beschäftigten und 1928 Filialen 3,4 Mrd. Euro Umsatz.
Gespräche mit FinanzinvestorDer Aktienkurs sprang am Donnerstag, nachdem ein Übernahmeangebot in Aussicht gestellt wurde, um 26 Prozent auf 32 Euro. Damit kostete die Firma an der Börse 1,26 Mrd. Euro. Finanzkreisen zufolge wollen die Familien Kreke und Oetker die Erlöse, die ihnen zufließen würden, zu einem großen Teil wieder investieren. Weitere Gelder soll ein Investor beitragen. Dazu wird nach FTD-Informationen mit den britischen Häusern Apax, BC Partners und Permira gesprochen. Einen beträchtlichen Teil des Kaufpreises dürften auch Banken finanzieren, so ein Insider. Douglas ist kaum verschuldet und hat nur Nettobankverbindlichkeiten von etwa 50 Mio. Euro.
Dennoch ist derzeit noch unsicher, ob es wirklich zu einem Angebot kommt. Der Drogerieunternehmer Erwin Müller, der zehn Prozent der Anteile hält, könnte versuchen, die Pläne zu torpedieren. Er hatte immer wieder angekündigt, aufstocken zu wollen.
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