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31.08.2011
Cordes-Eckhard
Cordes-Eckhard
Foto: Getty

Fehlender Rückhalt

Aufseher wollen Metro-Chef Cordes loswerden

von Hinze Henning

Stellenabbau, Machtkämpfe und ein halbierter Aktienkurs: Die Bilanz von Eckhard Cordes bei Metro ist bescheiden. Entsprechend sind seine Tage als Vorstand gezählt.

Im Metro-Aufsichtsrat hat sich eine Mehrheit gegen Vorstandschef Eckhard Cordes formiert. Nach Informationen der Financial Times Deutschland lehnen es die meisten Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter derzeit ab, seinen Ende Oktober 2012 auslaufenden Vertrag zu verlängern. "Soweit ich das übersehe, gibt es keine Mehrheit mehr für ihn", sagt ein Mitglied des Gremiums. "Der Meinungsbildungsprozess ist abgeschlossen", heißt es im Umfeld der Gesellschafter.

Aktienkurs halbiert

Cordes' Abgang wäre die Konsequenz seiner weitgehend erfolglosen Amtszeit. Zunächst hatte er als Chef der Metro-Mutter Haniel den Anteil am größten deutschen Handelskonzern aufgestockt. Im November 2007 übernahm Cordes dann selbst den Vorstandsvorsitz bei Metro - mit dem Ziel, den Wert der einzelnen Firmenteile zu maximieren. Stellenabbau, Umbauten, Machtkämpfe und Versuche, die Supermarkttochter Real und die Kaufhof-Warenhäuser zu verkaufen, brachten aber keine Verbesserung. Seit Cordes' Amtsantritt sank der Aktienkurs des DAX-Konzerns um 51 Prozent auf 30 Euro. Insidern zufolge laufen die Geschäfte derzeit "schlecht".

Vor allem die starken Kursverluste in den vergangenen Wochen und die wieder ins Stocken geratenen Verkaufsgespräche bei Real und Kaufhof sollen wichtige Aufsichtsräte umgestimmt haben. Cordes habe mit dem Sanierungsprogramm Shape zwar eine richtige Entwicklung angestoßen. "Aber Shape läuft jetzt auch ohne ihn, und es sieht nicht mehr so aus, als würde er seine Verkaufspläne endlich umsetzen können", heißt es.

Weder Metro und Cordes noch Haniel oder der Großaktionär Beisheim wollten sich äußern. Die Familie Schmidt-Ruthenbeck, die gemeinsam mit dem Haniel-Clan 50,01 Prozent an Metro hält, war nicht zu erreichen.

Mögliche Nachfolge unklar

Tatsächlich darf der Aufsichtsrat Vorstandsverträge laut Aktiengesetz frühestens ein Jahr vor Ablauf verlängern. Bei Cordes wäre das im November. Nach FTD-Informationen will der Aufsichtsrat im September mit ihm über seinen Vertrag sprechen. Cordes hat stets offengehalten, ob er verlängern will oder nicht.

Einen Nachfolger für Cordes gibt es bisher nicht. Im Idealfall soll wieder ein Manager mit Handelserfahrung Metro führen. Falls Cordes seinen Vertrag nicht bis zum Schluss erfüllen sollte, könnte Finanzchef Olaf Koch vorübergehend an die Spitze rücken. Der Cordes-Vertraute gilt als versierter Zahlenmann, ist aber mit 41 noch jung.

Aus dem Magazin

 

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Quelle: ftd.de
© 2011 capital.de

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