Der Anteil des regenerativ erzeugten Stroms hat laut Bundesumweltministerium im August die 20-Prozent-Marke überschritten, mehr als ein Drittel davon wird aus Windkraft erzeugt. Bis zum Jahr 2025 soll die Windenergie alleine sogar rund ein Viertel der gesamten Stromerzeugung ausmachen.
Das ist politisch gewollt, stellt die Netzbetreiber jedoch vor erhebliche Probleme, denn ihre Aufgabe ist es, die Last im Stromnetz im Gleichgewicht zu halten. Das Stromangebot muss zu jeder Zeit der Nachfrage entsprechen, andernfalls kommt es zum gefürchteten Blackout. Erzeugung und Verbrauch decken sich jedoch bei den nicht konstant verfügbaren erneuerbaren Energien nur selten und Speichermöglichkeiten gibt es bislang wenig.
Schießt das Stromangebot an manchen Tagen bei geringem Verbrauch in die Höhe, kann es sogar sein, dass der Strompreis ins Bodenlose fällt. Wollen die Erzeuger den Strom in solchen Spitzenzeiten nicht verschenken, benötigen sie zusätzliche Abnehmer. Abhilfe könnte eine schon tot geglaubte Technik schaffen: die Stromheizung. Was bislang als umweltschädlich und teuer galt, könnte eine Renaissance erleben. Aber ist das sinnvoll?
Alte Technik mit neuem Potential
In Deutschland sind noch rund 1,4 Millionen, meist ältere, Wohnungen mit Nachtspeicherheizungen ausgestattet, die so heißen, weil ihr Wärmespeicher in den sogenannten Schwachlastzeiten, also in der Regel nachts, durch Strom aufgeheizt wird. Zu dieser späten Tageszeit herrscht wenig Nachfrage; die Wärme kann vergleichsweise günstig getankt und tagsüber wieder abgegeben werden.
Doch nach Ansicht des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist Strom ist eine viel zu wertvolle Energieform, um sie zum Heizen zu verwenden. Die Stromheizungen sind teurer als Gas- oder Ölheizungen und wurden bisher als umweltschädlich eingestuft, weil immer noch 75 Prozent der elektrischen Energie aus Kohle, Gas und Atomkraft gewonnen wird. Im Energieeinsparungsgesetz von 2009 legte die Bundesregierung deshalb fest, dass Nachtspeicheröfen in Mehrfamilienhäusern und gewerblich genutzten Gebäuden schrittweise abgeschafft werden sollen, von ein paar Ausnahmen abgesehen.












