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24.02.2011
Wendelin Wiedeking muss sich Vorwürfen erwehren
Wendelin Wiedeking muss sich Vorwürfen erwehren
Foto: Torsten Silz/ddp

Ermittlungen gegen Wiedeking

Porsche sorgt sich um Fusion mit VW

Ex-Porsche-Chef Wiedeking wird vorgeworfen, bei der versuchten Übernahme von VW die Kurse manipuliert zu haben. Nach Medienberichten werden Teile der Ermittlungen eingestellt - aber neue kommen hinzu. Porsche bangt um die Fusion mit Volkswagen. Anleger lassen die Aktie fallen.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" Teile der Vorwürfe gegen den ehemaligen Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking fallen gelassen. Eine entsprechende Mitteilung werde die Staatsanwaltschaft Stuttgart an diesem Donnerstag machen, berichtet das Blatt in seiner Donnerstagausgabe. Demnach steht Wiedeking zwar weiterhin im Verdacht, mit seiner Informationspolitik zu den Plänen von Porsche mit der Beteiligung an VW den Kurs der VW-Aktien manipuliert zu haben. Der Vorwurf der "handelsgestützten Kursmanipulation", also der Marktbeeinflussung durch Wertpapierkäufe, werde aber fallen gelassen. Eine Sprecherin der Anklagebehörde gab dazu keine Stellung ab.

Auch die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, schwere Vorwürfe gegen Wiedeking seien fallen gelassen worden. Gleichzeitig werde aber wegen des "Anfangsverdachts" der Untreue ein neues Ermittlungsverfahren gegen Wiedeking eingeleitet. Das Verfahren soll sich auch gegen Holger Härter richten, den früheren Finanzchef des Sportwagen-Herstellers. Das Führungsduo soll bei den riskanten Aktiengeschäften in Milliardenhöhe Vermögen des Sportwagen-Konzerns auf unlautere Weise gefährdet haben.

Porsche teilte am Mittwochabend mit, dass bei wesentlichen Verzögerungen des Verschmelzungsprozesses gegenüber dem Zeitplan der Grundlagenvereinbarung auch die Wahrscheinlichkeit eines Gelingens der Verschmelzung insgesamt sinke. Porsche gehe derzeit dennoch davon aus, dass ein erfolgreicher Abschluss der Prüfungen so rechtzeitig möglich sei, dass die Verschmelzung gegebenenfalls auch noch nach 2011 gelingen könne.

Die Berichte belasteten die Porsche-Papiere vorbörslich stark. Sie gaben im Geschäft von Lang & Schwarz um 4,6 Prozent nach, VW notierten kaum verändert. "Das sind ziemlich schlechte Nachrichten für Porsche, weil damit auch die ab Ende 2011 geplante Verschmelzung von Porsche und VW auf dem Spiel stehen könnte", sagte ein Händler.

Schon im vergangenen Jahr waren die Ermittlungen gegen Porsche und das frühere Vorstandsduo Wiedeking und Härter in zwei weiteren Punkten eingestellt worden. Dabei ging es um den Verdacht, es seien gegenüber einem Landtagsabgeordneten Angaben gemacht worden, die eigentlich eine Pflichtmitteilung erfordert hätten, und außerdem um den Vorwurf, das Ausscheiden von Wiedeking und Härter sei der Öffentlichkeit zu spät mitgeteilt worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Wiedeking seit August 2009. Kurz zuvor war die Übernahme von VW durch Porsche gescheitert.

Porsche hatte sich mit schwer durchschaubaren Aktiengeschäften 2008 den Zugriff auf gut 74 Prozent der VW-Stammaktien gesichert und so einen Höhenflug der Papiere auf kurzzeitig über 1000 Euro ausgelöst.

Ein schnelles Ende der gesamten Ermittlungen, die sich auch gegen die Maple-Bank als ausführendes Institut richten, ist aber nicht zu erwarten. Erst am Dienstag hatte der Leitende Oberstaatsanwalt Siegfried Mahler mitgeteilt, das Verfahren werde sich wohl noch bis ins Jahr 2012 hinein ziehen.


Quelle: ftd.de
© 2011 capital.de

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