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10.11.2011
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SAP-Zentrale in Walldorf
SAP-Zentrale in Walldorf
Foto: Bloomberg

Digitale Wunderwaffe

SAP bewirbt Datenbank mit viel Tamtam

von Annika Graf

Für den Walldorfer IT-Konzern dürfte Hana das nächste große Ding werden - eine Spezialsoftware, der Experten enormes Marktpotenzial attestieren. Erzrivale Oracle wird nervös.

Es klingt nicht so, aber Jim Hagemann Snabe ist es ziemlich ernst: "Sie ist eine wunderschöne Lady", schwärmt der SAP-Co-Vorstand. Snabe spricht nicht etwa über die Popsängerin Anastacia, die SAP am Donnerstag zur Hausmesse Sapphire in Madrid einfliegen ließ. Gemeint ist die Datenbank Hana. Auf ihr ruhen SAPs Hoffnungen.

Bislang ist Hana eine Nischenanwendung, SAP verdiente seit dem Start im Juni noch keine 100 Mio. Euro damit. Doch der Softwarekonzern hat es bereits geschafft, für Unruhe in der Branche zu sorgen. Partner wie IBM und vor allem Erzrivale Oracle, auf deren Datenbanken SAPs Programme bislang laufen, beobachten die neue Konkurrenz mit Argusaugen.

Sollte sich Hana durchsetzen, müssen sie befürchten, dass SAP nicht nur seine Programme auf das eigene Produkt abstimmt, sondern auch seine mehr als 100.000 Kunden darauf einschwört. Snabe wird zwar nicht müde zu betonen, dass SAP-Programme offen für alle Datenbanken bleiben. Doch Oracle-Chef Larry Ellison hat schon gezuckt. Für 2012 kündigte er ein verdächtig ähnliches Programm an.

Sogenannte In-Memory-Datenbanken wie Hana können große Datenbestände in Sekunden durchforsten. SAP lässt zunächst Software zur Analyse von komplexen Geschäftsdaten darauf laufen. Der Vorteil: Auswertungen, die sonst Stunden dauern, brauchen nur Sekunden.

Bisher verkauft SAP Hana vor allem an hochspezialisierte Kunden. Die Charité in Berlin nutzt die Datenbank, um Forschungsergebnisse auszuwerten. Die AOK wertet Krankheitsdaten ihrer Patienten für Präventionsprogramme aus. Das soll sich ändern: "Wir werden jetzt mit Hana Masse machen", kündigte Snabe am Mittwoch an. Als Erstes soll die Datenbank Basis für SAPs Standardanwendung zur Analyse von Geschäftsdaten werden.

In-Memory-Technologie gibt es schon seit Jahren: Anbieter wie Qliktech oder Tibco, aber auch Branchengrößen wie Microsoft, IBM und Oracle verbauen sie bereits. Selbst SAP hatte schon vor Jahren In-Memory im Einsatz. Doch bisher wurde sie nur als Beschleuniger herkömmlicher Datenbanken genutzt. SAPs neues Produkt ist eine der wenigen reinen In-Memory-Datenbanken.


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