07.08.2008
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Foto: dpa

Deutsche Bank

Putins neuer Schröder

Deutsche Bank-Vorstandschef Josef Ackermann hat einen Pakt mit den Russen geschlossen. Er soll bei Investments im Westen helfen. Für die Bank ist die Kooperation strategisch sinnvoll, hat aber ihren Preis.

Die Gäste, die sich Mitte Juni im Ritz-Carlton-Hotel am Moskauer Roten Platz eingefunden hatten, waren handverlesen. Sie tagten auf Einladung der zur Deutschen Bank gehörenden Alfred-Herrhausen-Gesellschaft. Das wichtigste Treffen der Konferenz fand jedoch in ­unmittelbarer Nachbarschaft der frisch eröffneten Nobelherberge statt: im Kreml. Dort empfing Russlands Ex-Präsident und Regierungschef Wladimir Putin den deutschen Chefbanker Josef Ackermann zu einer vertraulichen Unterredung.

Vertraulich? Normalerweise bleiben ­solche Treffen geheim, aber diesmal drang viel Jubel nach außen. Ackermanns Geldhaus sei "eine Finanzbrücke zwischen der deutschen und der russischen Wirtschaft" lobte Putin. "Das war kein normaler Empfang, das war ein Ritterschlag", tönt einer von Ackermanns Vertrauten. Das Zusammenspiel werde jetzt enger: Dafür, dass die Deutsche Bank im Westen Kontakte vermittelt, russische Gelder dort anlegt und Investoren für Russland sucht, dürfe sie im Gegenzug mit der russischen Mega-Sparkasse Sberbank kooperieren, die mehr als 20.000 Filialen betreibt.

Doch das Vorhaben von Putin und Ackermann könnte zur Einbahnstraße werden – zum Nachteil der Deutschen. Zwar ­haben Ackermann&Co. den Russen viel zu bieten. Doch umgekehrt bekommen westliche Firmen in Russland immer wieder politische Willkür zu spüren. Auch die Deutsche Bank war bereits betroffen. Ein Schweizer Wirtschaftsanwalt, der das Umfeld aus dem Effeff kennt, warnt: "Russland ist kein Rechtsstaat, das muss jeder Investor wissen."

Bislang hatte vor allem Altkanzler Gerhard Schröder die Vermittlerrolle inne. Putin hatte den Polit-Rentner als Mitglied des Aktionärsausschusses der Schweizer Gesellschaft Nord Stream rekrutiert, die eine Gaspipeline aus Russland über Greifswald in den Westen baut. Die Firma ist ein Gemeinschaftsprojekt des russischen Staatsriesen Gazprom mit den Energiekonzernen Eon Ruhrgas, BASF-Wintershall und Nederlandse Gasunie. Dabei hat der mächtigste aller Russen dafür gesorgt, dass Gazprom mit 51 Prozent die Mehrheit hält. Beim Networking geht Putin stets auf Nummer sicher.


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