20.11.2008
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Foto: dpa-PA

Deutsche Bank

Game Over!

Hartnäckig beteuert Institutschef Josef Ackermann, dass es seinem Haus besser gehe als anderen. Aber wie steht die wichtigste Bank des Landes wirklich da? Die Suche nach Antworten ist schwierig, das Ergebnis nicht gerade beruhigend.

Das Buch der Wahrheit ist 373 Seiten dick. Es hat einen Geschichtenteil und einen Zahlenteil, und die Lektüre ist kein Vergnügen. Die Bilanz der Deutschen Bank verspricht die aufrichtige Darstellung über Geschäftsgang, Ertragslage und ­Risiken. Von der wahrhaftigen Berichterstattung hängt das wichtigste Gut der Bank ab: Vertrauen.

Seitdem die Retter der Wall Street Lehman Brothers fallen ließen, ist das Vertrauen dahin. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann beschwichtigte, wieder einmal. Am 7. Oktober meldete er, dass sein Haus die "Kernkapitalquote" von 9,3 Prozent auf rund zehn Prozent erhöhen will. Zwei Tage später hat er zudem einen Reservepos­ten von fast zwei Milliarden Euro dem "Kernkapital" zugeschlagen.

Reicht das aus? Nein, mahnen Experten wie der Züricher Bankenprofessor Hans Geiger, ein Freund und Weggefährte Ackermanns. Er kritisiert diese Kennzahl als "Schönwetterprodukt", das den Krisentest nicht bestanden habe. So kam die Hypo Real Estate ebenfalls auf schöne 9,3 Prozent Kernkapitalquote, bevor sie abschmierte. Die Kennziffer, die nach den Regeln des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht verlangt wird, ist selbst für Fachleute kaum zu verstehen. Der Clou bei der Sache: Wer seine faulen Kredite mit Kreditversicherungen abdeckt, schneidet bei der Risikogewichtung blendend ab.

Experten wie Geiger fordern deshalb mehr Eigenkapital, um die Risiken innerhalb der Bilanz abzusichern. Aber wie hoch sind die? Die Spurensuche beginnt bei dem dicken Buch der Deutschen Bank. Wer es studiert, benötigt Tage, um halbwegs durchzublicken. Antworten auf kritische Fragen wird er kaum erhalten. Das ist nicht nur bei der Deutschen Bank so, das gilt für alle Banken mit Weltruf. "Vergessen Sie es", sagt ein Wirtschaftsprofessor, der selbst als Aufsichtsrat in einer Bank sitzt. "Diese Bilanzen durchschaut niemand." Die Finanzprofis haben sich daran gewöhnt. Sie lesen keine Bilanzen. Sie lassen lesen.

Zum Beispiel von Ratingagenturen, die sogar interne Daten der Banken anschauen dürfen. Standard&Poor’s sagt voraus, dass die Deutsche Bank künftig weniger liquide und profitabel sein könnte. Trotzdem hat sie nach wie vor ein Best-Rating von AA–. Lehman Bro­thers hatte ein AA– und ging pleite. Was soll der Anleger damit anfangen?


Was die Leser sagen

wertkauf
19.12.2008 | 12:40
Zahlen durchaus im Netz auffindbar

Es gibt durchaus recht konkrete Angaben im Netz, z.B. im hervorragenden Wirtschafts-Querschuss-Blog.
Über die Deutsche Bank finden sich Details unter
http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2008/11/die-nebelkerzen-der-deutschen-bank.html

RM
19.12.2008 | 11:10
Deutsch Bank - Game Over.

Sehr geehrter Herr Leo Müller. Vielen Dank für Ihren guten Beitrag zu den Risiken der Deutschen Bank in Ihrem Artikel: Game Over.
im Blog www.wirtschaftquerschuss.blogspot.com wurde dieses Thema schon längst behandelt. Dies nachdem der Q3 Bericht der DB veröffentlicht wurde.
Mich verwundert es sehr, daß Analysten hier nicht klarer sehen können, oder gar wollen. Wundert Sie das nicht auch;-) ?! Aber es betrifft nicht nur die DB. Nein, es betrifft alle Landesbanken, die CoBa genauso wie die HRE. Das Pulverfass der Derivate Bombe ist unermesslich. NUR seltsam warum all die Experten in den Analystenhäusern, AUCH in der Politik hier nicht Bescheid wissen und so tun als wäre dies nicht ersichtlich. JEDOCH in privaten Blogs und dessen Analysen dies klar, sachlich und ungeschönt analysiert werden kann.
Wundert Sie das nicht noch mehr;-)) !?
Schauen Sie mal rein. Unter: " Die Nebelkerzen der Deutschen Bank".
Liebe Grüsse RM

Karin Eisenhuth
21.11.2008 | 17:46
Dividendenausschüttung Ende Mai 2009

Schön, daß man diese Seite auch mal hört. Wie hoch ist eigentlich die Dividendenausschüttung Ende Mai 2009?

(Kommentare 1-3 von 3)

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