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11.07.2011
Jürgen Fitschen
Jürgen Fitschen
Foto: reuters

Deutsche Bank

Fitschen soll auf Ackermann folgen

von Clausen Sven

Die künftige Spitze der Deutschen Bank nimmt Gestalt an. Als zweiter Mann für die Doppelspitze neben dem Investmentbanker Anshu Jain ist Deutschland-Chef Jürgen Fitschen vorgesehen. Doch die Personalie ist umstritten.

Die einflussreichsten Mitglieder des Aufsichtsrats der Deutschen Bank wollen das Geldhaus mit einer Doppelspitze aus seiner Führungskrise befreien. Nach Informationen der FTD wollte der Nominierungsausschuss der Bank am Sonntagabend beschließen, dem Kontrollgremium neben dem Investmentbanker Anshu Jain den Regional- und Deutschland-Vorstand Jürgen Fitschen zur Wahl an die Vorstandsspitze vorzuschlagen.

Umstrittene Lösung

Der Nominierungsausschuss besteht aus Aufsichtsratschef Clemens Börsig, dem Ex-Chef von Bayer Werner Wenning und dem ehemaligen Bosch-Topmanager Tilman Todenhöfer. Die Sitzung dauerte am späten Sonntagabend an. "Der Plan ist, mit Fitschen und Jain wieder Ordnung und Ruhe herzustellen", sagte ein Mitglied der Führungsspitze. Zuletzt hatte die erfolglose Suche nach einem Nachfolger für Vorstandschef Josef Ackermann eine breite öffentliche Debatte ausgelöst. Der Schweizer hat noch einen Vertrag bis Mai 2013.

Der Vorschlag ist umstritten, weil er nur als Übergangslösung gilt: Fitschen wird am 1. September 63 Jahre alt. Jedem Vorschlag des Nominierungsausschusses muss noch der gesamte Aufsichtsrat zustimmen. Die nächste reguläre Sitzung ist erst für Ende des Monats geplant. Ein früheres außerordentliches Treffen ist wahrscheinlich.

Mitentscheidend für die Umsetzung des Plans dürfte sein, ob es gelingt Ackermann einzubinden, der im Aufsichtsrat hohes Ansehen genießt. Der 63-Jährige hatte sich - auf Wunsch der Kontrolleure - stark um seine Nachfolge gekümmert. Eine Doppelspitze aus Jain und Fitschen gehörte nicht zu seinen Lieblingsvarianten.

Verwirrung um Ackermann

Der Schweizer ist der erste Manager an der Spitze von Deutschlands wichtigstem Geldhaus, der den Titel Vorstandschef (Chief Executive Officer - CEO) und nicht Vorstandssprecher führt. Er ist ein Anhänger des CEO-Prinzips, weil es wegen der klaren Zuweisung von Verantwortung bei den großen Investoren beliebt ist.

Verwirrung gab es zuletzt über seine Ambitionen für den Aufsichtsrat. Vertraute hatten gestreut, er sei bereit, gegen Börsig zu putschen. Die Deutsche Bank teilte am Sonntag mit, Ackermann strebe keinen Wechsel an. Allerdings könnte Börsig ihm einen normalen Posten als Kompromissvorschlag anbieten: Auf der Hauptversammlung 2012 laufen die Mandate von Maurice Lévy und Theo Siegert aus.


© 2011 ftd.de

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