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07.09.2010
Der Anteil der finanziell instabilen Unternehmen habe sich gegenüber dem Ende 2009 um 1,7 Prozent verringert
Der Anteil der finanziell instabilen Unternehmen habe sich gegenüber dem Ende 2009 um 1,7 Prozent verringert
Foto: FTD.de

Creditreform-Untersuchung

Über 100.000 deutsche Firmen pleitegefährdet

von Annette Berger

Noch halten sie sich über Wasser - aber eine kleine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage könnte das Aus bedeuten. Trotz Abklingen der Konjunkturkrise kämpfen noch immer viele deutsche Betriebe ums Überleben.

In Deutschland sind aktuell 113.000 Unternehmen pleitegefährdet. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. 3,46 Prozent aller 3,3 Millionen Unternehmen müsse hierzulande derzeit eine sehr schwache Bonität bescheinigt werden, teilte die Unternehmensgruppe am Dienstag in Neuss mit. Der Anteil der als risikoreich eingestuften Unternehmen lag damit nur knapp unter den Werten der Jahre 2008 und 2009.

In seinen Bonitätsurteilen bewertet Creditreform die Fähigkeit von Unternehmen, ihre Verbindlichkeiten fristgerecht zu erfüllen. Dabei werden mehrere Faktoren beurteilt, beispielsweise die bisherige Zahlungsweise, die Jahresabschlüsse oder die Entwicklung des Eigenkapitals.

Die Firmen in Deutschland hätten zwar den Schock der jüngsten Konjunkturflaute überstanden, teilte die Auskunftei mit. Allerdings sei die Zahlungsfähigkeit vieler deutscher Betriebe durch die Wirtschaftskrise und Finanzierungsengpässe noch immer erheblich angegriffen. Sollte der aktuelle konjunkturelle Aufschwung abbrechen, drohen den 113.000 gefährdeten Unternehmen das Abrutschen in die Insolvenz.

Insgesamt beobachtet Creditreform wieder einen positiven Trend in Punkto Zahlungsfähigkeit. Seit diesem Frühjahr habe sich die Liquiditätssituation in den deutschen Betrieben wieder verbessert. "Es konnten wieder mehr Firmen ihre Zahlungsverpflichtungen fristgerecht erfüllen", so das Fazit der Experten. Der Anteil der als finanziell instabil klassifizierten Unternehmen habe sich gegenüber dem Jahresende 2009 um 1,7 Prozent - oder 2000 Unternehmen - verringert.

Allerdings würden derzeit noch immer deutlich mehr Betrieb als vor der Krise mit einer sehr schwachen Bonität bewertet.

Als stabil habe sich der Mittelstand in der jüngsten Krise erwiesen. Im Schnitt seinen Großunternehmen deutlich stärker heruntergestuft worden als kleinere Unternehmen.

Zwischen den einzelnen Branchen gibt es deutliche Unterschiede in Sachen Zahlungsfähigkeit. Das Hotel- und Gastgewerbe schneidet unter allen Branchen am schwächsten ab, hier liegt die Bonität deutlich unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnittswert. Die beste Bonität hätten Unternehmen der Chemie- und Pharmaindustrie.

Im Krisenjahr 2009 betrug die Zahl der Konkurse in Deutschland 33.000 - damit gingen zwölf Prozent mehr Firmen pleite als 2008.

2003 und 2004 hatte die Bundesrepublik mit 40.000 Fällen einen Höchststand an Insolvenzen verzeichnet. In diesen Jahren machten sich die Nachwirkungen der geplatzen Dotcom-Blase besonders stark bemerkbar.


Quelle: ftd.de
© 2010 capital.de

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