01.05.2009
Chrysler ist insolvent
Chrysler ist insolvent
Foto: dpa-PA

Chrysler-Insolvenz

Aktienkurse von General Motors steigen

Obama gab es persönlich am Donnerstag bekannt: Chrysler geht in die Insolvenz und verhandelt weiter mit Fiat um deren Einstieg. Die Aktien von General Motors und Ford legten zeitweise bis zu sechs Prozent zu, Fiat brach um bis zu sieben Prozent ein.

Der krisengeschüttelte US-Autobauer Chrysler geht in die Insolvenz und schmiedet parallel eine Allianz mit dem italienischen Autobauer Fiat. Das gab US-Präsident Barack Obama am Donnerstag in Washington bekannt. "Chrysler und GM werden zurückkommen", versprach Obama. Auch der größte Autobauer Amerikas, General Motors (GM) kämpft gegen die Insolvenz.

Für Chrysler könne das Verfahren nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts innerhalb weniger Wochen abgewickelt werden, teilte Obama mit. Danach würde der Konzern "gestärkt und wettbewerbsfähiger" sein als bisher. Der Schritt sei "kein Zeichen von Schwäche", stellte der Präsident klar. Vor allem die Allianz mit dem italienischen Autobauer Fiat biete "große Erfolgschancen".

Chrysler-Chef Robert Nardelli will sein Unternehmen noch durch die Insolvenz führen. Für die Zeit danach kündigte er seinen Rücktritt an. Auch Chrysler-Vize Tom LaSorda seinen Rücktritt an. Der genaue Zeitpunkt stehe aber noch nicht fest, sagte er in einer Telefonkonferenz.

Zügige Abwicklung der Insolvenz ist zweifelhaft

Anleger reagierten unerwartet positiv auf die Nachricht von der Insolvenz: Die Papiere von General Motors und Ford legten zeitweise bis zu sechs Prozent zu. Die Papiere von Fiat brachen dagegen zeitweise um rund sieben Prozent ein.

Ob das Insolvenzverfahren tatsächlich so zügig abgewickelt werden kann, wie der Konzern und die Regierung dies gern wollen, ist allerdings zweifelhaft. Zahlreiche Gläubiger von Chrysler könnten den Prozess juristisch erheblich verzögern - und den Konzern damit im schlimmsten Fall sogar in die Pleite treiben. "Chrysler wird eine neue Einheit formen, an der die Regierung und andere Institutionen beteiligt sein werden", teilte die Ratingagentur S&P mit. "Wir rechnen damit, das die übrigen Vermögenswerte, die nicht in das neue Unternehmen integriert werden, mit der Zeit über das Insolvenzverfahren abgestoßen werden."

Nach den Vorstellungen der Regierung soll Chrysler dagegen nur 30 bis 60 Tage unter Gläubigerschutz arbeiten. Fiat werde danach zunächst mit 20 Prozent einsteigen und später auf 35 Prozent aufstocken. Die Mehrheit könnten die Italiener erst übernehmen, wenn alle Staatskredite zurückgezahlt sind, stellte Obama klar. Washington hat Chrysler bereits 4,5 Mrd. $ an Hilfen gewährt, weitere Zahlungen werden nun folgen.

Zu den von der Regierung gestellten Bedingungen an Chrysler für neue Staatshilfen gehörten die Einigung mit den Gläubigern über einen Tausch von Schulden gegen Aktien sowie eine Vereinbarung mit der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) über Kostensenkungen. Chrysler ist nach General Motors und Ford der kleinste der einst "Großen Drei" in der Autostadt Detroit.


Quelle: capital.de
© 2009 ftd

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