Empfehlen Als E-Mail verschicken Facebook Twitter XING Drucken
23.03.2011
Namensgeber Walter Riester kritisiert einige Anbieter
Namensgeber Walter Riester kritisiert einige Anbieter
Foto: dpa

Capital Exklusiv

Erste Auszahlungen von Riester-Renten für Kunden enttäuschend

Die ersten Auszahlungen von Riester-Fonds- und Banksparplänen führen bei den Kunden teils zu herben Enttäuschungen. Nach Capital-Informationen fallen die Zahlungen oft niedriger aus, als von den Neu-Rentnern erwartet - dank spezieller Konstrukte. Walter Riester zeigt sich gegenüber Capital irritiert.

Die ersten Auszahlungen von Riester-Fonds- und Banksparplänen führen bei den Kunden teils zu herben Enttäuschungen. Nach Capital-Informationen fallen die Zahlungen oft niedriger aus, als von den Neu-Rentnern erwartet. Grund für die Enttäuschung ist laut Capital in aller Regel die spezielle Konstruktion der 2001 eingeführten Riester-Produkte, die eine gleich hohe monatliche Rentenzahlung nach dem 85. Lebensjahr durch eine Versicherungslösung garantieren sollen.

Diese Lösung ist teurer als damals gedacht und betrifft rund 3,5 Mio. Deutsche, die bereits mit einem Riester-Fonds- oder Bank-Sparplan fürs Alter vorsorgen. Wie jetzt eine von Capital durchgeführte Befragung von einem halben Dutzend Banken und Fondsanbieter ergab, fließen zwischen 20 und 30 Prozent des Geldes bei Riester-Sparplänen zum Rentenstart in eben diese Versicherung.

Der Erfinder dieses Vorsorgeprodukts, Walter Riester, erklärte gegenüber Capital, dass ursprünglich zehn Prozent des Sparkapitals für die Rentensicherung ab 85 vorgesehen waren und führte aus: "So war das nicht gedacht. Wenn einige Anbieter jetzt 25 oder 30 Prozent verlangen, ist das zuviel."

Versicherer erhoffen sich Milliardenbeträge

Ein Grund für den hohen Beitragsanteil zur Rentensicherung ab 85 ist der von den Versicherern angesetzte Sicherheitspuffer. Von 1000 heute 65-jährigen Männern erleben laut offizieller Statistik im Schnitt gut 450 ihren 85. Geburtstag. Die Versicherer kalkulieren bei Rentenpolicen allerdings mit mindestens 700. Das dient der Vorsicht, aber auch dem Geschäft.

Sterben die Kunden doch früher als angenommen, darf das Unternehmen bis zu 25 Prozent der anfallenden Gewinne behalten. Nach Schätzungen des Branchenexperten und Finanzmathematikers Axel Kleinlein ergeben sich daraus mittelfristig Milliardenbeträge für die Versicherer.

Der generell sehr unterschiedlichen Qualität der Riester-Produkte ist sich der Namensgeber wohl bewusst. Gegenüber Capital sagte Riester: "Da gibt es in der Tat sehr gute, wenige gute und hundsmiserable." Daran ändere auch die Zertifizierung durch das Bundeszentralamt für Steuern nichts, meint Experte Kleinlein: "Der Ansatz der Zertifizierung ist gut, leider ist die Umsetzung nicht gelungen. Die Produkte werden ausschließlich formal geprüft. Keiner checkt, ob sie tatsächlich etwas taugen."

Hinweis

 

Mehr dazu lesen Sie in Capital Heft 04/2011, das ab dem 24. März im Handel erhältlich ist.

Als Capital-Abonnent erhalten Sie jede neue Ausgabe direkt nach Hause: Details finden Sie in unserem Abo-Shop.


Quelle: Capital
© 2011 capital.de

Was die Leser sagen

Tom Brown
28.04.2011 | 07:57
Wie man 100% Auszahlung bei Riester Fondssparplänen erreicht

Ich habe mich mit diesen Sachverhalten 2008 auch eingehend befasst (damals schon erkennbar) und mich dann trotzdem für das Produkt DWS Toprente Dynamik entschieden (zu Deutsche Bank Mitarbeiter Konditionen über einen freien Finanzvermittler: 0% Ausgabeaufschlag und keine Depotgebühren).
Mein Plan: 100% Cash-Out mithilfe der Wohnriester Option für ca. 50 Euro Gebühr in 15-20 Jahren weit vor meinem 60. Geburtstag. Damit meine ich lassen sich sämtliche geschilderten Sachverhalte umschiffen und nur die Positiva wie die staatlichen Zulagen abgreifen (natürlich muss man auch eine Immobilie kaufen bzw. renovieren).
Die DWS Toprente Dynamik erlaubt das Ziehen der Wohnriester Option ohne Produktwechsel. Dieses Merkmal ist Vertragsbestandteil. Die komplette Auszahlung ist natürlich zu versteuern. Jedoch entweder über viele Jahre verteilt oder (mein Favorit) mit 30% Rabatt bei sofortiger Steuerzahlung. Zusammen mit den jährlichen Zulagen (und noch mehr bei Kindern) und der Ersparnis bei der jährlichen Einkommenssteuer ein wie ich meine gelungener Deal wenn man sowieso später in den Sachwert Immobilie gehen will.
Denkt noch jemand so oder ist mir ein Denkfehler bei diesem Plan unterlaufen?

Sprotte
25.03.2011 | 17:28
Riesterrenten

Die Riesterrente ist von Anfang an als Zerstörung der gesetzlichen -aus guten Gründen nicht gewinnorientierten- Rentenversicherung konzipiert. Die Fördergelder werden mit dem Riesterfaktor, Nachhaltigkeitsfaktor und diversen anderen Rentenkürzungen von den heutigen und zukünftigen Rentnern selbst bezahlt. Riester schafft erst die Lücke, die angeblich damit gechlossen werden soll. Auf den Seiten der rentenreform-alternative.de ist eine Grafik zu sehen, die das hervorragend darstellt.
Besonders korrupt ist es, dass eine extra Institution eingerichtet wurde, um die Riesterrente auf allen Publikationen der DRV zu bewerben und zu verwalten, und das mit Beitragsgeldern der GRV-Einzahler, also aus den Löhnen der GRV-Versicherten. Die Verwalter der DRV betreiben damit illegal das Geschäft für die privaten Versicherungs- und Finanzkonzerne zum Schaden des eigenen Ladens.
Riester weiß das ganz genau, denn er verdient immens daran. Die GRV ist eine zivilisatorische Errungenschaft einer aufgeklärten Gesellschaft, der mit allen Mitteln für Profitinteressen die Legitimation entzogen wird.
Die Maschmeyers & Co. unter Rot-Grün haben ganze Arbeit geleistet, was uns noch teuer zu stehen kommt.
Was der GRV seit 1957 besonders geschadet hat, sind die seit dem nicht vollständig ersetzten versicherungsfremden Leistungen, rund 700 Milliarden, die bis heute aus der GRV geklaut sind und die zunehmend schlecht bezahlten Arbeitsplätze und die Privatisierung der GRV- weder die Demografie, noch die mehr und älter werdenden Menschen sind das wirkliche Problem bei steigender Produktivität.
Für Versicherungs- und Finanzdienstleister läuft es also genauso wie erwünscht, dank politisch Verantwortlicher.
Die Spenden aus aus dieser Branche an die Parteien sprechen für sich.

herbert1949
25.03.2011 | 08:41
Riester

Wie schön das diese Type sich über die geringe Höhe der Auszahlungen Irritiert zeigt. Selber hat er natürlich keine Probleme er wird ja aus Steuergroschen bezahlt. 100% sichere Versorgung. Aber es war ja wohl auch die Absicht bei der Rentenprivatisierung und dieser Art der Vertragsgestaltung für die Konzerne das Maximum herauszuholen und nicht für die Leute die einzahlen. Jeder sollte mal für sich selber überlegen ob es für seine private Altersversorgung nicht besser wäre in Edelmetalle zu investieren. Einfach zu Hause lagern und ich brauche da, wenn es soweit ist auch keine Steuer oder KV Abgabe zu zahlen.

Paul Schilling
24.03.2011 | 19:46
Riester irritiert?

Herr Riester arbeitet für die Versicherungsbranche. Für einen demokratisch gewählten Politiker sollte das Allgemeinwohl im Vordergrund stehen und nicht die speziellen Interessen von Firmen, die einem Geld zustecken. Wenn es uns nicht gelingt, derartige Abzockerei zu unterbinden, wird die Demokratie den Bach runter gehen.

Wladimir Simonov
24.03.2011 | 18:59
Riester-Fondssparpläne und -Banksparpläne sind zur Altersvorsorge ungeeignet

Genau zu diesem Thema habe ich bereits vor einiger Zeit meinen Beitrag verfasst - nachzulesen unter http://www.mehrwertfair.de/blog/2010/10/08/riester-fondssparplan-die-eierlegende-wollmilchsau/
Aufgrund der Konstruktion sind diese Produkte absolut mangelhaft!
Beste Grüße
Wladimir Simonov
Ihr Honorarberater

Icico
24.03.2011 | 17:21
Der vom Staat geförderte Schwindel !

Ich habe vor 5Jahren einen von Finanztest empfohlenen Banksparplan bei einer Sparkasse abgeschlossen.
Das ich aber in jedem Fall bei Renteneintritt für die Zeit ab dem 85.Lebensjahr eine Rentenversicherung und dann noch 30% des
angesparten Kapitals einzahlen muss, gefällt mir überhaupt nicht.
Dieses Geld steht dann nicht für die auszuzahlenden Raten zur Verfügung. Die Gewinner sind und bleiben die Versicherungen mit ihren Gebühren und versteckten Provisionen, die ich als Sparer mit finanziere.
Fazit:
Werde nach eingehender Recherche wieder aussteigen und alternativ anlegen!

rs-depot.de
24.03.2011 | 09:44
Riestern nichts für Männer !

Darüber hinaus kalkulieren die Versicherer mit der gleichen Lebenserwartung für Männer und Frauen (Unisex-Tarife). D.h. für Männer sind die Riesterverträge immer ein großes Verlustgeschäft. Es gibt Alternativen, z.B. private Sparpläne, da geht nichts verloren.

(Kommentare 1-7 von 7)

Ihre Meinung

Ihr Name
Ihre Email-Adresse (wird nicht veröffentl.)
Betreff
Ihr Kommentar



 
Capital - Suche
 
Marktinformationen
DAX Tops Diff %
Merck
Metro
Daimler N
Flops
ThyssenKru
adidas N
Deutsche B
DAX 6.351,38 -1,31%
TecDAX 755,43 -0,94%
EUR/US 1,2673 -0,05%
GOLD 1.561,50 -0,47%
Quelle: Smarthouse Media, SIX Telekurs
Wohn- und Ferienimmobilien-Kompass
Aktualisierte Fassung 2012
PartnerangebotImmobilien suchen in ...