Er verstehe, "dass viele Menschen verärgert sind, wenn Manager von staatlich unterstützten Unternehmen, die hohe Verluste haben, letztlich aus der Tasche des Steuerzahlers Millionen-Boni bekommen sollen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank der "Bild"-Zeitung. Generell solle es in Krisenzeiten keine hohen Bonuszahlungen geben. "Für viele Menschen ist so manches, was gerade passiert, nicht mehr nachvollziehbar", sagte er.
Führungskräfte hätten eine Vorbildfunktion und besondere Verantwortung. Sie müssten dieser gerecht werden. Leistung müsse sich lohnen, Fehlleistung dürfe nicht belohnt werden - "Schon gar nicht mit Steuergeldern." Sonst werde eine ganze Berufsgruppe in Verruf gebracht, warnte Ackermann. "Viele Manager, die sich vorbildlich verhalten und ordentliche Arbeit gemacht haben, werden dadurch in Misskredit gebracht."
"Nicht alles, was einem rechtlich zusteht, nicht alles, was legal ist, ist auch legitim", sagte Ackermann. "Wenn viele Bürger unter der Finanzkrise leiden - und das tun sie - müssen gerade auch Bank-Manager Opfer bringen." Das schließe auch Topmanager in Banken ein, die kein Staatsgeld in Anspruch nähmen. "Wir müssen hier alle ein Signal setzen", sagte Ackermann. "Das ist im Interesse des sozialen Friedens und damit auch in unserem eigenen Interesse."
Zugleich warnte Ackermann vor gesellschaftlichen Verwerfungen infolge der Wirtschaftskrise. "Meine Sorge ist, dass wir in vielen Ländern soziale Spannungen bekommen könnten", sagte er. "Deshalb ist es wichtig, dass wir jetzt gemeinsam Lösungen finden, die uns aus der Krise führen. Wir sitzen alle in einem Boot."
Quelle: capital.de
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