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02.02.2012
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann
Foto: Getty

Bilanzbericht

Schwarzes Jahr für Ackermann

von Barbara Schäder

Sein Rekordziel für 2011 hat der scheidende Bankchef schon im Herbst kassiert. Doch das Ergebnis fällt noch schlechter aus als gedacht: Im vierten Quartal hat die Deutsche Bank einen Vorsteuerverlust erlitten.

Die Schuldenkrise verhagelt dem scheidenden Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann die Bilanz. Das Ergebnis für das vergangene Jahr fällt nach einem Vorsteuerverlust im vierten Quartal weit schlechter aus als erwartet. Zwar steigerte das größte deutsche Geldhaus seinen Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr um 86 Prozent auf 4,3 Mrd. Euro. Das Vorsteuerergebnis von 5,4 Mrd. Euro aber ist von dem ursprünglich angepeilten Rekordziel von 10 Mrd. Euro meilenweit entfernt.

Ackermann hatte die ehrgeizige Vorgabe schon nach dem schwachen dritten Quartal aufgegeben. Zur Begründung verwies er auf die Schuldenkrise in Europa und die Abkühlung der Konjunktur.

Im vierten Quartal kam es dann noch dicker: Vor Steuern erwirtschaftet die Deutsche Bank einen Verlust von 351 Mio. Euro. Nur dank einer Steuergutschrift von 537 Mio. Euro sprang unter dem Strich ein Plus von 186 Mio. Euro heraus. Das ist weniger als ein Drittel des Nettogewinns im Vorjahreszeitraum, als die Bank noch 605 Mio. Euro verdiente.

Dabei war schon das Schlussquartal 2010 eher schwach. Es wurde durch die Kosten der Integration der Postbank und der Privatbank Sal. Oppenheim belastet. Ackermann musste sich damals den Vorwurf gefallen lassen, er packe alle Belastungen in das Jahr 2010, um nach einem Rekordgewinn 2011 mit einer Erfolgsmeldung in den Ruhestand zu gehen. Der Schweizer, der nächste Woche 64 wird, gibt den Vorstandsvorsitz im Mai an seine Nachfolger Anshu Jain und Jürgen Fitschen ab.

Dickes Minus im Investmentbanking

Ausgerechnet die Abteilung von Investmentbankingchef Jain trägt die Hauptverantwortung für das schlechte Ergebnis im zurückliegenden Quartal: Wertpapierhandel und Emissionsgeschäft (Corporate Banking und Securities) erwirtschafteten einen Vorsteuerverlust von 422 Mio. Euro. Da nützte es auch nichts, dass die Investmentbanker den Vorsteuergewinn im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen um 144 Prozent auf 284 Mio. Euro steigerten.

Die Verunsicherung über Euro-Krise und Konjunkturentwicklung haben in den vergangenen Monaten das Kapitalmarktgeschäft weltweit beeinträchtigt. Viele Investoren halten ihr Geld zusammen, statt es den Händlern der Banken für riskante Geschäfte anzuvertrauen.

Große US-Banken schnitten besser ab

Doch auch gemessen am ohnehin schwachen Branchentrend steht die Deutsche Bank mit ihrem Verlust schlecht da: Die großen US-Institute, die ihre Jahresbilanzen bereits vor einigen Wochen vorlegten, hielten sich im vierten Quartal überwiegend in der Gewinnzone.

Neben dem Einbruch im Kapitalmarktgeschäft wurde das Ergebnis durch Abschreibungen auf Beteiligungen am Generikahersteller Actavis und dem Kasinokomplex The Cosmopolitan in Las Vegas belastet. Insgesamt trugen die Beteiligungen der Deutschen Bank einen Vorsteuerverlust von 722 Mio. Euro ein. Sie laufen schon lange schlecht, in den vorausgegangenen Quartalen hatte das Geldhaus die Abschreibungen aber durch Gewinne im operativen Geschäft ausgeglichen.

Die Vermögensverwalter der Bank konnten ihr Vorsteuerergebnis nahezu verdreifachen, es stieg von von 59 Mio. Euro auf 165 Mio. Euro. Das klassische Filialgeschäft, das auch das Ergebnis der Tochter Postbank einschließt, erwirtschaftete vor Steuern 227 Mio. Euro – ein Plus von 5 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr.


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