Schon ein kurzer Blick zur Frankfurter Börse zeigt an diesem Montag, wer die Gewinner und wer die Verlierer im Atomkompromiss sind. Während Aktien der großen Energiekonzerne deutlich zulegen, rutschen die Papiere einiger Solarunternehmen ab.
Und wenn sie sich auch in Details bei ihren Bewertungen unterscheiden, in einem sind sich Analysten einig: Die von der Regierung beschlossene Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke fällt für deren Betreiber deutlich positiver aus, als es Branchenbeobachter zuvor vermutet hatten.
So reagierten Aktien von
RWE und
Eon am ersten Tag der Woche mit Aufschlägen von zeitweise drei bis knapp vier Prozent - womit sie sich deutlich vom DAX abhoben, der im Vergleich zu Freitag nur ein wenig gewann.
EnBW-Aktien verteuerten sich sogar um bis zu 4,2 Prozent.
Zu den AKW-Betreibern in Deutschland gehört neben Eon, RWE und EnBW auch Vattenfall. RWE Power betreibt beispielsweise mehr als 40 Kraftwerke in Deutschland, darunter die Atommeiler Biblis, Emsland und Gundremmingen. Sprecher von RWE und Eon wollten die Ergebnisse des Berliner Spitzentreffens der schwarz-gelben Koalition zunächst nicht kommentieren.
Über die Kursaufschläge am Aktienmarkt wundern sich Analysten nicht. Schließlich falle der Beschluss der Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aus Sicht der Konzerne deutlich besser aus, als diese zuvor erhofft hatten. Unternehmen wie Eon, RWE oder auch EnBW würden bei den Kompensationen für die längeren Laufzeiten weit weniger belastet als erwartet, hieß es in ersten Stellungnahmen. Die Versorger hatten in einer breiten Kampagne für die längeren Laufzeiten geworben - unter anderem in ganzseitigen Annoncen in Tageszeitungen.
Die Entscheidung der Bundesregierung falle "klar positiv" für RWE und Eon aus, schrieben Analysten der DZ-Bank. Im Durchschnitt dürften die Meiler zwölf Jahre länger laufen - das sei deutlich mehr als die von vielen Experten zuvor angenommenen zehn Jahre.
Die Beiträge der Versorger zur Förderung von erneuerbaren Energien fielen zudem deutlich geringer aus als von den Marktbeobachtern prognostiziert und seien "weitgehend zu vernachlässigen", so die Marktbeobachter. Offenbar gebe es auch keine verbindlichen Anforderungen für höhere Sicherheitsstandards der Atomkraftwerke.











