"Wir planen, die Postbank so schnell es geht komplett zu übernehmen", sagte ein ranghoher Deutsch-Banker dem Wirtschaftsmagazin Capital (Ausgabe 15/2008, 20. November). Allerdings wolle man mit der offiziellen Bekanntgabe der Übernahmepläne noch warten. Man denke gegenwärtig darüber nach, "das aktuell günstige Kursniveau durch Optionsgeschäfte oder sonstige derivative Strukturen zu sichern". Dadurch ergäbe sich ein günstiger Mischpreis, der den relativ teuren Einstieg bei der Postbank relativieren würde. Die Deutsche Bank zahlt für das 29,75-Prozent-Paket an der Postbank 57,25 Euro pro Aktie und damit 2,79 Milliarden Euro. Das ist mehr, als die Postbank an der Börse insgesamt noch wert ist.
Postbank-Chef Wolfgang Klein hatte in den vergangenen Wochen den Postbank-Kurs durch verschiedene Mitteilungen auf Talfahrt geschickt. Außerdem kündigte er an, das "Engagement an den internationalen Finanzmärkten zugunsten des klassischen Kundengeschäfts in Deutschland zurückfahren" zu wollen. Betroffen davon sind bis zu 200 Investment-experten und Händler der Postbank. "Der Großteil der Mannschaft wird nicht mehr gebraucht", sagte ein Postbank-Manager dem Magazin. Auch die Postbank-Tochter PB Capital Corporation in New York und Einheiten in London sollten verkauft werden, wenn sich ein Investor findet. Das würde die Integration der Postbank in die Deutsche Bank erleichtern. "Die Entwicklung ist uns willkommen", sagte ein Deutsche-Bank-Manager dem Magazin.
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