Den Beratern der Postbank aufzugeben,in Zukunft nur noch konzerneigene Produkte anzubieten,beseitigt die Ursache des Problems nicht: Diese Ursache nämlich ist das Fehlen geeigneter Beratungskräfte und das Fehlen geeigneter Stützpunkte. Was ich da in der Vergangenheit mit der Postbank erlebt habe, gebe ich gerne zu vorgerückter Stunde im Kreise von guten Freunden zum besten und der Lacherfolg ist mir garantiert. Man kann aus einer vormaligen Behörde nun einmal nicht ad hoc ein schlagkräftiges Finanzunternehmen machen und schon garnicht, wenn man dazu kein Geld in die Hand nehmen will. Es genügt für einen erfolgreichen Vertrieb nun nicht,ein paar Prospekte zu drucken und in einer Postagentur einen Katzentisch aufzustellen. Ein Großteil der Postbankkunden nutzt zudem die Postbank -so wie ich- nur als Zweitbank, von diversen Direktbankverbindungen ganz zu schweigen. Bei Letztgenannten bekommt man zudem Fonds viel billiger und Festgelder mit höheren Renditen. Um da konkurrieren zu können, muß sich die Postank schon mehr ausdenken.
Die Probleme des CS Euroreal haben mit der Postbank nichts zu tun. Dieser Fonds wird über andere Banken ebenfalls vertrieben.Sein Bestand wird, wie der Bestand aller übrigen offenen Immobilienfonds auch, in erster Linie davon abhängen, ob die Branche wieder Vertrauen in ihre Produkte schaffen kann.
Die
Deutsche Bank baut die
Postbank immer mehr nach ihren Vorstellungen um. Wie die Capital-Schwesterzeitung Financial Times Deutschland (FTD) aus Bankkreisen erfuhr, werden externe Anbieter von Finanzprodukten weitgehend ausgesperrt. Der Verkauf konzernfremder Investmentfonds durch Postbank-Berater habe keine Zukunft mehr, hieß es.
Die Entscheidung illustriert das Tempo, mit dem der Branchenprimus die Integration der Postbank vorantreibt. Seit Ende 2010 besitzt die Deutsche Bank die Mehrheit an der ehemaligen Post-Tochter, im Februar kann sie ihren Anteil auf mehr als 90 Prozent aufstocken. Derzeit krempelt die Deutsche Bank bereits die Konzernstruktur um. So werden etliche Postbank-Mitarbeiter - etwa aus der Kreditbearbeitung - in selbstständige Gesellschaften ausgelagert, wo sie länger arbeiten und weniger Urlaub haben sollen. Neue Mitarbeiter erhalten zudem niedrigere Löhne.
Das Verkaufsverbot ist ein Tiefschlag für die bankunabhängigen Produktanbieter in Deutschland, die kein eigenes Vertriebsnetz nutzen können. Die Postbank bietet mit rund 1100 Zweigstellen Zugriff auf etwa 14 Millionen Sparer. Anders als Sparkassen oder Volksbanken, die fast nur Produkte ihrer Fondstöchter Deka und Union Investment vertreiben, stand die Postbank bislang stets im großen Umfang auch externen Anbietern offen. Sie dürften künftig nur noch Chancen haben, wenn die Deutsche Bank keine ähnlichen Fonds anbietet.
Deutschlands größtes Kreditinstitut verspricht sich nach FTD-Informationen mehrere Vorteile. Es will zum einen Imageschäden und Haftungsfälle vermeiden, falls Produkte von Fremdanbietern ins Straucheln geraten. So geriet die Bank 2010 unter Beschuss, nachdem ein von ihr vertriebener Riesenradfonds floppte.
Die Entscheidung hat aber auch wirtschaftliche Gründe: Die Deutsche Bank will ihre stabilen Geschäftsfelder ausbauen. Dazu zählt die Fondstochter DWS, die rund 95 Mrd. Euro in Publikumsfonds verwaltet. Mit der Postbank als Vertriebskanal könnte sie ihr Volumen deutlich aufstocken. Schon heute verkaufen Postbank-Berater auch DWS-Produkte. Insgesamt spielt der Fondsvertrieb dort aber nur eine kleine Rolle. Die Postbank bietet vor allem Sparprodukte wie Tagesgeldkonten und Kredite an.
Für die Kunden hat die Entscheidung Vor- und Nachteile. Schlechte Fonds, die früher vielleicht nur wegen hoher Provisionen verkauft wurden, kommen so künftig gar nicht erst in den Vertrieb. Andererseits werden Postbank-Kunden im Beratungsgespräch die besten Produkte vorenthalten, nur weil sie von einem konzernfremden Fondshaus stammen.
Für die Anbieter, die bereits mit der Postbank im Vertrieb kooperiert haben, ist die Strategie der Deutschen Bank in doppelter Hinsicht gefährlich. Sie verlieren nicht nur für die Zukunft einen Absatzkanal, sie müssen gleichzeitig um das Kapital fürchten, das sie bislang über die Postbank eingeworben haben. Deren Berater könnten den Anlegern nun zum Fondsverkauf raten und ihnen stattdessen DWS-Produkte empfehlen.
Dieses Problem hat etwa Credit Suisse. Sie hatte im Jahr 2000 eine Vertriebskooperation mit der Postbank vereinbart und ihren offenen Immobilienfonds CS Euroreal erfolgreich verkauft, der rund 6,1 Mrd. Euro verwaltet. Der Fonds ist derzeit eingefroren, Anleger können ihre Anteile also nicht gegen Geld tauschen. Er muss aber bis spätestens Mitte Mai wieder öffnen, sonst droht ihm die Abwicklung. Ohne die Hilfe des Postbank-Vertriebs dürfte es Credit Suisse schwerfallen, die Liquidität des Fonds dauerhaft zu sichern.
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