Bislang ist nicht zu befürchten, dass das niederländische Traditionsunternehmen zum ausgehöhlten Label wird, das auf den Produkten zahlreicher Abspaltungen prangt, die an ferne No-Name-Anbieter verkauft wurden. Allerdings wird durch die schlechten Zahlen offenbar, dass
Philips nicht so weitermachen kann wie bisher.
Der neue Unternehmenschef Frans van Houten ist als Sanierer gekommen - und wird seinem Ruf gerecht. Als erste große Amtshandlung gliederte er nach seinem Antritt im April die defizitäre TV-Sparte aus und überführte sie in ein Joint Venture mit dem chinesischen Monitorhersteller TPV.
Nun ging er mit seinem Unternehmen zu Recht hart ins Gericht. Denn Philips ist als Konglomerat aus Konsumelektronik, Gesundheitstechnik und Lichtgeschäft immer noch sehr breit aufgestellt - und damit zu schwerfällig.
Natürlich bietet sich eine schonungslose Bewertung für einen neu angetretenen Manager an. Denn je schlechter das Bild, das er heute zeichnet, desto größer seine Chance, einst als erfolgreicher Sanierer dazustehen. Für die Aktionäre des Unternehmens aber sind eine kritische Bewertung und der Aktienrückkauf van Houtens allemal besser als eine irgendwie geartete Schönfärberei.
Philips kann der Zerfaserung nur entgehen, wenn es sich auf seine Stärken konzentriert. Und die liegen in den margenträchtigen Sparten wie der Gesundheitstechnik. Es ist mehr als fraglich, ob der vom neuen Chef angekündigte harte Sparkurs allein das Unternehmen wieder auf Wachstum wird trimmen können. Wer den guten Namen Philips erhalten will, muss sich auf weniger Sparten konzentrieren.
Quelle: ftd.de
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