Im Zuge des Abhörskandals um die britische Zeitung "News of the World" scheint auch im Aufsichtsrat des News Corp.-Imperiums der Widerstand gegen Rupert Murdoch zu wachsen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass die unabhängigen Mitglieder im Aufsichtsrat starke Kritik am dem Krisenmanagement des Konzernchefs üben und auch einen Wechsel an der Spitze in Erwägung ziehen. Die Gruppe, die neun der 16 Aufsichtsratsposten besetzt, zeige sich vor allem unzufrieden mit dem Informationsmanagement rund um den Skandal. Die langsame Reaktion der Konzernspitze "beunruhigt den Vorstand", zitiert die Agentur einen Firmeninsider. Murdoch scheine die Auswirkungen des Skandals nicht zu erfassen.
Grund für den Aufstand ist wohl vor allem der rasant sinkende Aktienkurs des Unternehmens. Seit Bekanntwerden des Skandals Anfang Juli gaben die Papiere an der australischen Börse um 19 Prozent nach. Zwischenzeitlich fiel der Kurs um sieben Prozent auf 13,65 australische Dollar - der tiefste Stand seit zwei Jahren. Es war der größte Tagesverlust seit November 2008. In New York gaben die Papiere im selben Zeitraum um 13 Prozent nach.
Sollte sich der Trend fortsetzen, so hätte der Skandal zwischen drei und sechs Mrd. US-Dollar an Unternehmenswerten vernichtet. Kürzlich ernannte der Konzern den britischen Rechtsanwalt Lord Grabiner zum Chef einer konzerninternen Ermittlungskommission, das die Vorwürfe gegen das inzwischen eingestellte britische Blatt "News of the World" prüfen und mit den Behörden zusammenarbeiten soll. Gleichzeitig werde das Gremium neue Regeln und Grundsätze für News International, die britische Zeitungssparte des News Corp.-Konzerns, erarbeiten., die der Skandal erreicht hat, nun für den Aufstand."
Stühlerücken in der Chefetage
Angeführt wird der vermeintliche Putschversuch von Tom Perkins und Viet Dinh. Dinh, Jura-Professor an der Georgetown Universität in Washington, hat unter dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush an den Anti-Terrorgesetzen nach den Anschlägen vom 11. September mitgearbeitet.
Der 79-jährige Perkins zählt zu den mächtigsten Venture-Kapitalisten des Landes und besitzt unter anderem Anteile an Amazon und Google. Er gilt im Falle eines Führungswechsels als einer der wahrscheinlichsten Kandidaten für den Chefposten. Beide waren nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Zu den unabhängigen Aufsehern gehören auch Ex-British-Airways-Chef Rod Eddington und der spanische Ex-Präsident Jose Maria Aznar. Die unabhängigen Mitglieder seien seit längerm unzufrieden mit dem Führungsstil Murdochs, sagt Tuna Amobi, News Corp.-Analyst bei Standard & Poor's in New York. Sie fühlten sich in vielen wichtigen Entscheidungen übergangen. "Sie nutzen die große Öffentlichkeit
Quelle: ftd
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