In der Düngemittelbranche bahnt sich eine Übernahmeschlacht an. Der weltgrößte Minenbetreiber
BHP Billiton will den größten Düngemittelkonzern
Potash für mehr als 38,6 Mrd. Dollar übernehmen. Das kanadische Unternehmen wies die Offerte am Dienstag als unangemessen zurück und will sich dagegen wehren. Das Angebot über 130 Dollar je Aktie in bar von BHP Billiton berücksichtige weder den Wert des Unternehmens noch die Wachstumsaussichten, teilte der Konkurrent des deutschen K+S-Konzerns mit. Deshalb sei es nicht im Interesse der Aktionäre, Gespräche mit BHP Billiton aufzunehmen.
Landwirtschaftschemie ist bei Investoren beliebt, weil die stetig zunehmende Weltbevölkerung langfristiges Wachstum verheißt. Und je wohlhabender die Menschen in Schwellenländern werden, desto mehr Fleisch essen sie tendenziell. Tierhaltung aber erfordert überproportional viel Dünger für das Futter. Die Getreide- und Düngerpreise waren bis Mitte 2008 stark gestiegen, brachen dann infolge der Wirtschaftskrise ein, ziehen inzwischen aber wieder an.
BHP Billiton liebäugelt seit Juni offiziell damit, sein Portfolio um Kali zu erweitern. In Kanada, den USA und am Ural befinden sich die größten Vorkommen, in Deutschland baut die Kasseler K+S (früher Kali+Salz) das Mineral ab.
Potash rüstet sich aber bereits für einen Abwehrkampf. Der Vorstand beschloss eine "Giftpille", mit der eine feindliche Übernahme erheblich erschwert würde: Sobald ein neuer Großaktionär auf mehr als 20 Prozent der Anteile an Potash kommt, verdoppelt das Unternehmen sein Grundkapital und bietet die neuen Papiere allen übrigen Anteilseignern mit einem erheblichen Abschlag an. Potash erklärte, das Management gewinne damit Zeit, sich nach Alternativen umzusehen, etwa einen anderen Käufer zu finden. Damit würde das Geschäft für BHP teurer
Die K+S-Aktie schnellte angesichts der Übernahmefantasien um sechs Prozent nach oben. Nach reiflicher Überlegung habe sich der Verwaltungsrat entschlossen, den Vorstoß von BHP Billiton publik zu machen, erklärte Potash. Den Angaben zufolge war das britisch-australische Unternehmen am vergangenen Freitag auf die Kanadier zugegangen.









