18.03.2010
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teva stellt - ebenso wie Ratiopharm - Nachahmerpräparate (Generika) her.
teva stellt - ebenso wie Ratiopharm - Nachahmerpräparate (Generika) her.
Foto: AP

Zuschlag für Teva

Ratiopharm-Verkauf macht Merckle-Holding schuldenfrei

von Anette Berger

Der Hersteller von Nachahmermedikamenten ist verkauft. Das befreit die Holding der Unternehmerfamilie Merckle auf einen Schlag von Milliardenschulden. Der israelische Konzern Teva bekommt den Zuschlag für den Ulmer Generikahersteller.

Die zur Merckle-Gruppe gehörende VEM-Vermögensverwaltung hat sich dank des Ratiopharm-Verkaufs sämtlicher Schulden entledigt. Das sagte VEM-Geschäftsführer Hans-Joachim Ziems bei einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag in Köln.

Der Kaufvertrag sei am Mittag geschlossen worden, sagte Ziems. Damit wurde eine monatelange Wartezeit beendet. Durchgesetzt hat sich im Bieterrennen Teva aus Israel. "Der vereinbarte Unternehmenswert beträgt 3,625 Milliarden Euro", hieß es in einer Pressemitteilung des Käufers und des Verkäufers, die am frühen Nachmittag versandt wurde. Teva kaufe Ratiopharm inklusive Schulden.

Ziems sagte, die VEM-Holding habe ihre Hoffnungen und Preisvorstellungen in den Verhandlungen durchsetzen können. Der Verkaufsprozess sei schwierig und komplex gewesen. Teva habe von allen Bietern den höchsten Preis geboten.

Anleger in Israel und New York reagierten erfreut auf den Kauf. In Tel Aviv stieg die Teva-Aktie um bis zu 4,5 Prozent, in New York um bis zu 4,8 Prozent.

"Dies ist eine wichtige Transaktion für Teva", sagte Unternehmenschef Shlomo Yanai. Sie füge sich "perfekt in unsere langfristige Strategie ein, in der Europa eine wichtige Säule und ein entscheidender Wachstumstreiber ist".

Die Transaktion stehe unter anderem unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Aufsichtsbehörden, hieß es in der Mitteilung. Kombiniert wiesen die Unternehmen für 2009 einen gemeinsamen Umsatz von 16,2 Milliarden Dollar auf. Teva rechne mit einem Abschluss der Übernahme bis zum Ende des Jahres.

Die Marke Ratiopharm werde erhalten, fügte Yanai auf der Pressekonferenz hinzu. Die Deutschlandzentrale von Teva soll nach der Übernahme in Ulm sein. Teva erwartet durch die Übernahme in den nächsten drei Jahren Synergieeffekte von mindestens 300 Millionen Euro. Finanziert werde der Kauf unter anderem über Kreditlinien.

Bereits seit dem frühen Donnerstagmorgen war an den Märkten spekuliert worden, dass Teva den Zuschlag bekommen habe. Denn die Holding der Familie Merckle hatte kurzfristig für 14 Uhr zu der Pressekonferenz nach Köln geladen. Der Preis, den Teva zahlt, liegt am oberen Ende dessen, was vermutet worden war.

Die Israelis stellen - ebenso wie Ratiopharm - Nachahmerpräparate (Generika) her. Teva ließ sich nach eigenen Angaben von der Investmentbank Goldman Sachs beraten.


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