Moody's stuft die Bonitätsnote der
Deutschen Bank um zwei Stufen herab. Die Agentur senkte das Rating um zwei Noten auf "Aa3". Das ist die viertbeste Note, die Moody's vergibt. Als Grund nannte die Agentur die Risiken im Kapitalmarktgeschäft der Frankfurter und die sich schleppend vollziehende Übernahme der Postbank. Die Entscheidung teilte Moody's am Donnerstagabend mit.
Für Deutsche-Bank-Vorstandschef Ackermann sind das keine guten Nachrichten. Das Frankfurter Geldhaus steht vor ungewissen Zeiten. Einmal verschärften Regierungen und Notenbanken schrittweise ihre Fiskal- und Geldpolitik, was die Ertragskraft der Banken drückt. Zum anderen wird an härteren Eigenkapitalvorschriften gearbeitet. Ackermann hatte bereits bei der Präsentation des Jahresergebnisses 2009 einen nur verhaltenen Ausblick gegeben.
Als Geldhaus mit großer Investmentsparte ist die Deutsche Bank besonders vom Kapitalmarkt abhängig. "Wir gehen davon aus, dass es für die Deutsche Bank schwerer werden wird, ihre Ertragsziele zu erreichen, wenn der Wettbewerb im Kapitalmarkt wieder härter wird", teilte Moody's mit. "Wir haben die Sorge, dass die Deutsche Bank sich deshalb stärker verschuldet und mehr Risiko eingeht. Das wiederum wäre eine Bedrohung für die Gläubiger."
Ebenfalls kritisch äußerte sich die Ratingagentur zur schrittweisen Übernahme der Postbank, die Ackermann im September 2008 angekündigt hatte. "Die Postbank selbst ist mit großen Risiken konfrontiert. Letztere stammen aus strukturierten Wertpapieren und gewerblichen Immobilienkrediten", schrieben die Moody's-Analysten. "Das könnte dazu führen, dass sich die Integration der Postbank verzögert. Die Vorteile der Übernahme könnten dann nicht wie erhofft realisiert werden." Das Rating der Postbank hatte Moody's bereits zuvor auf A1 herabgesetzt. Das ist die fünftbeste Note.
Die schwierige Entwicklung deutete sich bei der Deutschen Bank - ebenso wie bei den US-Konkurrenten - bereits im vierten Quartal an: Der Nettogewinn betrug 1,3 Milliarden Euro nach 1,39 Milliarden Euro im Vorquartal. Enthalten darin ist eine Steuergutschrift von 554 Millionen Euro, vor allem aufgrund einer Wertaufholung bei US-Töchtern der Bank.
Die Erträge im Investmentbanking gingen von 4,4 Milliarden Euro im dritten Quartal auf 2,9 Milliarden Euro zurück, der Gewinn schrumpfte von 988 Millionen Euro im Vorquartal auf 397 Millionen Euro. Ackermann sagte dazu: "Das ist eine momentane Übergangsdelle, kein Trend." Das Handelsergebnis der Bank habe sich sehr positiv entwickelt.
Kursinformationen + Charts
| Unternehmen | ISIN | ||||
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| Deutsche Bank | DE0005140008.DE |
Quelle: ftd.de
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