03.03.2010
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Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche kam 2009 auf Bezüge von insgesamt 4,2 Millionen Euro.
Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche kam 2009 auf Bezüge von insgesamt 4,2 Millionen Euro.
Foto: Getty

Geschäftsbericht

Zetsche rettet hohe Vergütung im Horrorjahr

von Annette Berger

2009 lief es schlecht für den Hersteller - Kurzarbeit, hohe Verluste, Sparprogramme. Aus dem aktuellen Geschäftsbericht geht hervor: auch der Daimler-Chef spürte die Krise im Geldbeutel. Allerdings nur auf den ersten Blick.

Nachdem die meisten Zahlen Daimlers für 2009 schon bekannt waren, hat das Unternehmen am Vormittag seinen Geschäftsbericht vorgelegt. Wichtigste bisher nicht bekannte Nachricht: Der Vorstand des Unternehmens verdiente im Krisenjahr 2009 deutlich weniger als zuvor. Die Summe der Bezüge im obersten Führungsgremium ging von 16,6 Millionen Euro auf 11,8 Millionen Euro zurück.

Der Rückgang ist einerseits auf einen freiwilligen Gehaltsverzicht der Manager zurückzuführen - andererseits aber auch darauf, dass die Grundvergütung wegen der Vorstandsverkleinerung insgesamt schrumpfte. Dagegen wurde der Jahresbonus bei den verbliebenen Managern trotz des Milliardenverlustes im vergangenen Jahr erhöht.

Vorstandschef Dieter Zetsche kam 2009 den Angaben zufolge auf Bezüge von insgesamt 4,2 Millionen Euro - Grundvergütung, Jahresbonus und die langfristig angelegten Aktienoptionen zusammengenommen. Allein der Jahresbonus belief sich auf 689.000 Euro. Im vergangenen Jahr hatten die Bezüge Zetsches 4,8 Millionen Euro betragen, davon ein Jahresbonus von 494.000 Euro.

Durschnittswert gegen reale Kursentwicklung

Bei Lichte besehen, schnitt Zetsche allerdings besser ab als 2008: Denn die Zahl seiner Aktienoptionen stieg um mehr als das Doppelte auf 114.967 Stück. Das Minus bei diesem Teil der Vergütung ergibt sich aus der Tatsache, dass der Aktienwert, der der Berechnung zugrunde liegt, 2009 mit 18,82 Euro pro Stück deutlich geringer war als 2008 mit 55,80 Euro.

Allerdings hat sich der Kurs deutlich erholt, ebenso wie der Wert von Zetsches Optionspaket. Aktuell liegt der Kurs bei 31,49 Euro. Ende 2009 notierte das Papier immerhin 34 Prozent höher als zwölf Monate zuvor. Und auch der Vergleich mit heute fällt positiv aus: Zwar sank das Daimler-Papier seit Jahresbeginn um 15 Prozent, der Anteilsschein steht aber noch immer 16 Prozent höher als im Januar 2008.

Für die Jahresboni ist bei Daimler der operative Gewinn (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) maßgeblich. 2009 fiel hier ein Verlust von 1,5 Milliarden Euro an nach einem Gewinn von 2,7 Milliarden Euro im Jahr 2008. Auch unter dem Strich hatte es rote Zahlen gegeben. Dass die Boni nun trotzdem erhöht wurden, begründete Daimler im Geschäftsbericht mit dem hohen Free Cash Flow des Industriegeschäfts.

2010 soll es operativ wieder schwarze Zahlen geben, verspricht das Management. Es sieht das Unternehmen nach diversen Sparrunden und Kurzarbeit besser aufgestellt. Zudem hofft die gesamte Branche auf ein Anziehen der Weltkonjunktur. Erste Anzeichen machen sich bereits bemerkbar - wenn auch vor allem im Ausland.


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