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In Deutschland sollen mehr als 3900 Arbeitsplätze gestrichen werden.
In Deutschland sollen mehr als 3900 Arbeitsplätze gestrichen werden.
Foto: dpa-PA

Neuer Sanierungsplan

Opel-Mutter GM will 1,5 Milliarden Euro von Deutschland

Die Amerikaner lassen die Sammelbüchse kreisen. In Berlin reicht General Motors für seine Rüsselsheimer Tochter einen Antrag auf Staatshilfe ein. Der jetzt vorgestellte neue Sanierungsplan sieht Milliardeninvestitionen für Opel vor.

Der US-Autokonzern General Motors hat bei Bund und Ländern Staatshilfen in Milliardenhöhe für die Sanierung seiner Tochter Opel beantragt. Das sagte GM-Europachef Nick Reilly auf einer Pressekonferenz in Frankfurt. Reilly stellte dort am Vormittag den überarbeiteten Sanierungsplan für den Traditionshersteller vor.



Insgesamt will GM in den europäischen Ländern mit Opel-Standorten rund 2,7 Milliarden Euro Staatshilfen einsammeln. Diese Summe steht bereits seit Längerem zur Diskussion. Deutschland soll sich mit 1,5 Milliarden Euro an der Sanierung beteiligen, forderte GM nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Wie die Summe zwischen Bund und Ländern aufgeteilt wird, sei Sache der Politik.

Die Amerikaner beziffern die Kosten für die Opel-Sanierung auf 3,3 Milliarden Euro. 600 Millionen Euro wollen sie selbst beisteuern, einen Teil sollen zudem die Opel-Beschäftigten aufbringen.

Der aktuelle Sanierungsplan sieht vor, dass Opel 2011 die Gewinnschwelle erreicht und 2012 wieder Gewinn macht. "Wir haben keine Zeit zu verlieren", sagte Reilly, der zugleich Opel-Chef ist.

Milliardeninvestitionen

Bis 2014 sollen 11 Milliarden Euro in die europäischen Opel- und Vauxhall-Standorte investiert werden, kündigte Reilly an. 80 Prozent der Produkte des Autoherstellers sollen erneuert werden. Allein für dieses und nächstes Jahr plant das Traditionsunternehmen insgesamt zwölf Markteinführungen. Finanziert werden sollen die Investitionen zum Teil aus Staatshilfen, später durch Reinvestitionen von Gewinnen, wenn das Unternehmen wieder schwarze Zahlen schreibt.

Opel wolle weitere Elektrofahrzeuge bauen, versprach Reilly. Es werde neben dem Ampera ein Elektrofahrzeug mit verlängerter Reichweite geben und zusätzlich rein batteriebetriebene Elektroautos in kleineren Fahrzeugklassen: "Die heutige Ankündigung markiert den Anfang einer neuen Ära." Der Ampera ist ein Hybridfahrzeug mit einem Elektroantrieb und einem Verbrennungsmotor zur Aufladung der Batterie.

Das neue Sanierungskonzept gilt als Grundlage für eine Entscheidung der europäischen Staaten über milliardenschwere Staatshilfen. Opel und sein Schwesterunternehmen Vauxhall unterhalten nicht nur in Deutschland Fabriken, sondern beispielsweise auch in Spanien, Polen oder Großbritannien. Das Werk im belgischen Antwerpen soll Mitte des Jahres geschlossen werden. Dort arbeiten rund 2400 Menschen.

Reilly bestätigte frühere Pläne, wonach in Europa 8300 Stellen gestrichen werden sollen. Betroffen seien 1300 Jobs in der Verwaltung und 7000 in der Produktion.


von Anette Berger




 
 
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