04.02.2010
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Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank.
Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank.
Foto: Getty

Bilanzvorlage

Ackermann warnt vor schwächerem 2010

von Christine Mai und Joachim Dreykluft

Im abgelaufenen Jahr verdiente die Deutsche Bank wieder Milliarden. Doch die hohen Margen werden "so schnell nicht wiederkehren", sagt Deutschlands mächtigster Banker - der auch zum Thema Steuer-CD eine klare Meinung hat.

Die Deutsche Bank hat im vierten Quartal 2009 die Erwartungen von Analysten übertroffen. Bank-Chef Josef Ackermann warnte aber bei der Vorlage der Zahlen in Frankfurt, dass es im laufenden Jahr im Investmentbanking nicht so gut weitergehe: "Das günstige Marktumfeld des Jahres 2009, das teilweise durch hohe Volumina und hohe Gewinnmargen geprägt war, wird so schnell nicht wiederkehren", sagte der Schweizer.

Die Entwicklung deutete sich bei der Deutschen Bank - ebenso wie bei den US-Konkurrenten - bereits im vierten Quartal an: Der Nettogewinn betrug 1,3 Milliarden Euro nach 1,39 Milliarden Euro im Vorquartal. Enthalten in der aktuellen Zahl ist außerdem eine Steuergutschrift von 554 Millionen Euro, vor allem aufgrund einer Wertaufholung bei US-Töchtern der Bank.

Die Erträge im Investmentbanking gingen von 4,4 Milliarden Euro im dritten Quartal auf 2,9 Milliarden Euro zurück, der Gewinn schrumpfte von 988 Millionen Euro im Vorquartal auf 397 Millionen Euro. Ackermann sagte dazu: "Das ist eine momentane Übergangsdelle, kein Trend." Das Handelsergebnis der Bank habe sich sehr positiv entwickelt.

Vor Steuern lief insgesamt ein Ergebnis von 756 Millionen Euro auf, ein Rückgang um fast die Hälfte im Vergleich zum dritten Vierteljahr. Darin enthalten sind Kosten von 225 Millionen Euro für eine in Großbritannien erhobene Bonussteuer. Im vierten Quartal 2008, als die Finanzkrise ihren Höhepunkt erreichte, war noch ein Verlust von 4,8 Milliarden Euro angefallen. Im Gesamtjahr 2009 verdiente die Bank 5 Milliarden Euro, nach einem Nachsteuerverlust von knapp 4 Milliarden Euro 2008.

Vom Datendienstleister Bloomberg befragte Analysten hatten für das vierte Quartal im Durchschnitt ein Nettoergebnis von 650 Millionen Euro erwartet. Die Deutsche-Bank-Aktie rutschte trotz der geschlagenen Erwartungen kurz nach Handelsstart ins Minus und notierte zeitweise zwei Prozent schwächer.

Deutsche Bank
Deutsche Bank

Die Dividende soll wie erwartet von 50 Cent je Aktie im Vorjahr auf 75 Cent erhöht werden. "Wir heben die Dividende nur moderat an, weil wir angesichts der kommenden Veränderungen im regulatorischen Umfeld sowie den neuen Wachstumschancen der Stärkung unseres Kapitals eine hohe Priorität einräumen", sagte Ackermann, fügte aber hinzu: "Wir brauchen auch künftig Kapital von den Investoren, und die sind natürlich bei Laune zu halten."

Beobachter gehen davon aus, dass die Ausschüttung 2011 noch einmal angehoben wird. So schätzen etwa die Aktienexperten des Anlegermagazins Börse Online, dass die Dividende auf 1,25 je Aktie steigt. "Wir werden auf einen Pfad zurückkehren, wo wir wieder attraktiv sind in der Dividende", sagte Ackermann. In der Vergangenheit hatte die Ausschüttung an die Aktionäre zeitweise 4,50 Euro je Anteilsschein erreicht.

Ackermann sagte mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung: "Die Erholung ist noch fragil, keinesfalls selbsttragend und mit einer Reihe von Risiken behaftet." Nur die staatlichen Stützungsmaßnahmen im In- und Ausland hätten einen stärkeren Einbruch verhindert.


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