Ferdinand Piëch genießt die kühle Abendbrise. Der Frühsommertag in Sardinien hat den VW-Aufsichtsratschef aufgewärmt. Witzelnd diniert der 72-Jährige im kleinen Küstenort Porto Cervo. Als wäre das Ringen mit
Porsche um die Macht bei
Volkswagen ein Spaß. Im Pavillon des Hotels Romazzino feiert Volkswagens Konzernchef Martin Winterkorn am Montagabend in großer Runde den neuen Kleinwagen Polo.
Der Aufsichtsratschef und Porsche-Erbe, dessen Familie sich die Macht beim Sportwagenbauer mit der Porsche-Familie teilt, zelebriert zugleich ein ganz eigenes Fest. "Winterkorn und ich haben gern das Sagen, überall", sagt Piëch in bester Plauderstimmung - und sendet vergiftete Pfeile nach Zuffenhausen.
Sie sollen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking treffen, dessen Marsch auf Volkswagen, auf Piëchs Reich, missglückt ist.
"Für Porsche war Wiedeking der Beste, sicher über 15 Jahre", sagt Piëch. Und macht gleich darauf klar, dass der in diesem Job keine Zukunft mehr hat: "Persönlich bemüht" sei Wiedeking, den "Reifendefekt" zu beheben, der durch Porsches Verschuldung beim VW-Einstieg entstanden sei. Aber es gebe Defekte, bei denen selbst Schaum nicht helfe, stichelt er weiter. Vertraut er Wiedeking? "Zurzeit noch. Das ,noch‘ können Sie streichen", antwortet Piëch.
Und dann legt er nach, und es ist eine Demontage sondergleichen: Er könne sich nicht vorstellen, dass Wiedeking Porsche-Markenvorstand im VW-Konzern werden wolle. "Der müsste sehr viele Stufen runtersteigen. Das Rollenspiel müsste wechseln, vom Durchmarschierer zur Demut - ich weiß nicht."

















