05.12.2008
Werden die Briefkästen künftig nicht mehr an sechs Tagen der Woche geleert?
Werden die Briefkästen künftig nicht mehr an sechs Tagen der Woche geleert?
Foto: dpa-PA

Capital-exklusiv

Post will nur noch fünf Tage pro Woche Briefe zustellen

von Stefan Paul Mechnig

Die Deutsche Post will Briefe und Pakete nur noch an fünf statt bisher an sechs Werktagen austragen. Außerdem soll der Konzern sein Sortiment einschränken können, fordert die Post in einem Positionspapier, das capital.de vorliegt.



"Eine flächendeckende Grundversorgung ist auch dann gegeben, wenn die Zustellung von Briefen und Paketen an fünf Tagen der Woche erfolgt", heißt es in einem Positionspapier des Konzerns an das Bundeswirtschaftsministerium, das der Online-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "Capital"vorliegt. Damit würden die deutschen Vorschriften den Vorgaben der EU für die europäischen Postdienste genügen.

Ein Post-Sprecher sagte dazu auf Anfrage, derzeit habe man nicht die Absicht, von der Sechstage-Zustellung abzugehen. Der Konzern tue das, was er aus Sicht der Kunden für erforderlich halte, und das sei gegenwärtig die Zustellung von Montag bis Samstag. Ziel des Vorstoßes sei, die deutschen Vorgaben zu harmonisieren und durchgehend am EU-Recht auszurichten. "Das heißt aber nicht automatisch, dass wir uns dann auch am niedersten Standard orientieren", sagte der Sprecher gegenüber capital.de. Das gelte auch für die übrigen Forderungen in dem Papier.



Die Post spricht sich darin ferner dafür aus, dass die Briefkästen in Deutschland nicht mehr zwingend an sechs Tagen der Woche zu leeren sind. "Die Vorgaben sollten auf eine rein bedarfsgerechte Leerung zurückgeführt werden", heißt es in dem Dokument. In der Realität sei es allerdings wegen der Qualitätsvorschriften nötig, die "überwiegende Anzahl" der Kästen werktäglich zu leeren.

Derzeit unterhält die Post 108.000 Briefkästen und 12.500 Filialen. Vorgeschrieben sind mindestens 12.000 Standorte. Diese Vorgabe soll nach den Vorstellungen des Konzerns fallen. Stattdessen sollten sich die Standorte an der Nachfrage der Kunden orientieren, zum Beispiel an der Einwohnerzahl in einem bestimmten Raum.

Darüber hinaus will die Post ihr Sortiment einschränken können. Der Konzern möchte sich demnach vorbehalten, "äußerst selten" nachgefragte Produkte künftig nicht mehr in allen Filialen anbieten zu müssen. Dazu zählt die Post Einschreiben sowie Eil-, Wert- und Nachnahmesendungen. Diese Angebote will sie einhergehend mit den EU-Vorgaben aus der so genannten Universaldienstleistungsverordnung gestrichen sehen.

Laut einer Sprecherin des Wirtschaftsministeriums werden die Vorschläge intern und mit der Post intensiv diskutiert. Das Ergebnis sei jedoch noch offen.

Falls die Vorschriften gelockert werden und sich die Post doch zu einer Einschränkung des Angebots entschließt, würde das jedoch nicht zwangsläufig Nachteile für die Verbraucher bedeuten. Denn die Wettbewerber des Ex-Monopolisten stünden bereit, in entstehende Lücken mit eigenen Angeboten vorzustoßen, sagte Ralf Wojtek vom Bundesverband Internationaler Express- und Kurierdienste (BIEK) gegenüber capital.de: "Der Markt wird es richten."


© 2008 capital.de

Was die Leser sagen

Dördelmann
05.12.2008 | 12:43
Postzustellung

Was ist überflüssiger als die Post?
Die merken gar nicht das sie sich das Wasser selbst abgraben.
Viele Grüße
G. Dördelmann

(Kommentare 1-1 von 1)

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