Die Deutsche Telekom hat auch Telefonverbindungsdaten von DGB-Chef Michael Sommer durchleuchten lassen. Der im Telekom-Aufsichtsrat sitzende Sommer bezeichnete die Spitzeleien gegenüber der "Financial Times Deutschland" als schwere Belastung für die Mitbestimmung und die Sozialpartnerschaft. "Ich erwarte nun, dass die Staatsanwaltschaft Schritte unternimmt. Und ich erwarte nicht nur, dass die Telekom sich entschuldigt, sondern dass sie glaubhaft macht, dass dies keine Mittel in einem Unternehmen sind", sagte Sommer der Zeitung.
Telekom-Chef René Obermann habe während eines gemeinsamen Gesprächs zwar betroffen gewirkt, "aber das würde ich nicht als Entschuldigung werten". Von der Bonner Staatsanwaltschaft erwarte er, dass diese weitere Schritte unternimmt, sagte Sommer.
Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" wurden auch vier weitere Arbeitnehmervertreter im Telekom-Aufsichtsrat illegal ausgeforscht. Ein Telekom-Sprecher sagte, die Telekom habe mehrere Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat darüber informiert, "dass im Rahmen der Ermittlungen deren Mobilfunknummern aufgetaucht sind". Der Staatsanwaltschaft lägen aber bislang keinerlei Hinweise vor, dass die Verbindungsdaten der Handy-Anschlüsse gezielt ausgewertet worden seien, sagte der Telekom-Sprecher.
Bislang war nur die Bespitzelung von Wilhelm Wegner, Aufsichtsratsmitglied und Gesamtbetriebsratschef, bekannt geworden. Dessen Verbindungsdaten waren im Auftrag der Telekom geprüft worden, um ihm Kontakte zum "Capital"-Redakteur Reinhard Kowalewsky nachzuweisen.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehrere verantwortliche Mitarbeiter und Manager der Telekom wegen des Verdachts auf Verletzung des Fernmeldegeheimnisses. Von den Ermittlungen betroffen sind auch der ehemalige Vorstandsvorsitzende Kai-Uwe Ricke und Ex-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel.
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