27.06.2008

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Capital Sport Gipfel

Debatte, Satz und Sieg

Capital Sport Gipfel. Rund 140 hochkarätige Besucher erlebten ein gelungenes ­Debüt an der Schnittstelle ­zwischen Sport und Wirtschaft. Die ­Erkenntnis im Olympiajahr 2008: Sponsoring wird ­komplexer, die Risiken steigen.

Der Beste kam zum Schluss: In einer glanzvollen Abendgala kürte Capital Dietmar Hopp zum Sport-Manager des Jahres 2008, beklatscht von den Gästen des Sport Gipfels im China Club des Berliner Hotels Adlon.

Laudator Wolfgang Schäuble, Bundesinnenminister und wie Hopp aus Baden-Württemberg stammend, würdigte das Engagement des SAP-Mitgründers in der Rhein-Neckar-Region als "zukunftsweisende Synthese durch die Verbindung des Sports mit dem persönlichen Weiterentwicklungsprogramm der Förderzentren". Hopp erläuterte nicht nur seine millionenschwe­ren Finanzspritzen für den Nachwuchs- und Spitzensport. Er warnte auch vor einem Olympiaboykott. "Sonst wird es in Zukunft wohl keine Spiele mehr geben."

Das Thema hatte die versammelten Exper­ten aus Politik, Wirtschaft, Sport und ­Medien den ganzen Tag über beschäftigt. "Als Sponsor stehen Sie in der Tibet-Frage genau zwischen der Meinung von 1,3 Milliarden Chinesen auf der einen und den Ansichten der westlichen Verbraucher auf der anderen Seite", hielt Sebas­tian Turner, Partner der Werbeagentur Scholz&Friends, dem Referenten Lutz Kothe vor, Leiter Events und Sponsoring von VW. "Zwischen diesen Mahlsteinen werden Sie zerrieben." Kothe und weitere Manager verteidigten indes ihr Festhalten an der olympischen Idee.

"Sportler und Sponsoren sind keine Politiker", sagte Thomas Gries, Marketing Direktor von Coca-Cola Deutschland, dessen Mutterkonzern zu den IOC-Partnern zählt. "Der olympische Gedanke darf nicht durch poli­tische Konflikte beschädigt werden." Hartmut Zastrow, Vorstand des Forschungs­unternehmens Sport+Markt, beton­te das hohe wirtschaftliche Interesse: "Wenn sich Sponsoren jetzt zurückziehen, verlieren sie den chinesischen Markt." Denn Sponsoring bietet viele Chancen: So erreichen Banken über Nischensport geho­bene Kunden, der russische Riese Gaz­prom sammelt Sympathiepunkte dank Schalke 04 und der Autokonzern Toyota orchestriert einen Erfolgsmix von der Fußball-WM bis zum Kölner Eishockey. 2009 wird der nächste Capital Sport Gipfel zeigen, ob sich auch die China-Invest­ments ausgezahlt haben.


© 2008 capital.de

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