Aschenbrenner, Greve, Schweinsberg, Schläffer
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Capital Exklusiv

Cebit-Trends: Warum Datenschutz erste Priorität haben muss

von Reinhard Kowalewsky

"Ohne hohe Sicherheit der Daten gefährdet die IT-Industrie ihr Wachstum." Mit diesen Worten bringt Christopher Schläffer, Vorstand der T-Mobile International AG und Leiter der Produktentwicklung des Telekom-Konzerns, die Podiumsdiskussion von Capital auf der Cebit auf den Punkt. Unter Leitung von Capital-Chefredakteur Klaus Schweinsberg diskutierten Edgar Aschenbrenner, Geschäftsführer der Hewlett-Packard GmbH, Matthias Greve, Vorstand der 1&1 Internet AG und Gründer von Web.de. Die Einzelheiten:

Alle waren sich einig, dass sowohl private wie geschäftliche Kunden der IT- und Internetbranche jederzeit selber entscheiden müssen, welche Informationen die Unternehmen von ihnen verwerten dürfen – und wie. Dabei warnte Greve massiv davor, dass Werbeagenturen im Internet Informationen darüber sammeln, welche Kunden sich für welches Produkt interessieren. „Erst lassen die sich eine Online-Kampagne von Mercedes bezahlen“, warnte er, „und im Anschluss nutzen sie die Kundendaten, um Werbung für Volkswagen zu machen.“

Für eine Reihe an Kundengruppen wie Anwendungen spielt das Thema Datensicherheit und Schutz vor problematischen Anwendungen eine besondere Rolle. „Mittelständler sind am gefährdetsten vor Datenklau“, berichtete Aschenbrenner, der sich für HP um viele Unternehmenskunden kümmert. „Denen müssen wir als Dienstleister helfen, damit sie ihre Server und Computer auch wirklich sicher kriegen.“ Viele kleinere Unternehmen würden dagegen „regelrecht resignieren“, weil Computersicherheit für sie ein zu kompliziertes Thema sei. Größtes Risiko bei allen Anwendungen sei allerdings immer der Mensch: „Wenn ein Laptop aus dem Kofferraum gestohlen wird, nutzen natürlich die besten Firewalls nichts.“

Neue Chancen, aber auch Risiken sah Telekom-Manager Schläffer beim Thema mobiles Internet. „Einerseits wissen wir als Unternehmen sogar, wo sich ein Kunde aktuell befindet“, sagte er, „andererseits profitiert der Kunde davon, indem wir ihm Informationen passend zu seinem aktuellen Aufenthaltsort schicken – beispielsweise eine Stauwarnung oder eine extrem genaue Wetterprognose.“ Für ihn gibt es nur eine Lösung, wie Kunden und Unternehmen sich beim Thema Datensicherheit einig sein können: „Die Firmen müssen dem Kunden genau sagen, welche Informationen gesammelt werden. Und der Kunde muss zustimmen, dass diese Daten genutzt werden, um ihm zu helfen.“ So könne ein Allergiker sogar per Handy erfahren, wenn er in ein für ihn gefährliches Gebiet fährt.

Dass Datenschutz nicht nur Schutz von Informationen, sondern auch ihre Abwehr bedeuten könne, berichtete Greve: Die 1&1 Internet AG, bei der über Web.de und GMX jeder zweite private E-Mail-Account in Deutschland angemeldet ist, stellte auf der Cebit neue Software für von Kindern genutzte Computer vor: So lassen sich auf dem Browser alle jugendgefährdenden Websites blockieren. Eltern können eingeben, von wem ihr Zögling Mails bekommen darf – sonstige elektronische Post landet erst einmal bei den Eltern. „Die fünf Schulfreunde und die Oma sind also akzeptierte Mail-Freunde“, sagte Greve, „aber unbekannte Chat-Freunde bleiben erst einmal draußen.“


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