Staatliche Eingriffe führen immer zu Verzerrungen. Besser währe eine Solidaritätsabgabe zu Gunsten "managergeschädigten" Arbeitslosten (100% auf alle Abfindungen über Existenzminimum)
Vorbild Großbritannien
Die Manager lehnen die Einmischungen der Politik in der Debatte um Managervergütungen eindeutig ab. Das ergab eine Umfrage der internationalen Personalberatung LAB Lachner Aden Beyer & Company unter 161 Top-Managern der deutschen Wirtschaft. Danach urteilen 73 Prozent der Teilnehmer, die Politik solle sich aus der Debatte heraushalten. Aber es gibt auch Gegenstimmen: Immerhin 15 Prozent befürworten eine Einmischung der Politik, um die gesellschaftliche Diskussion weiter voranzutreiben. Zwölf Prozent votieren sogar für neue steuerrechtliche oder andere gesetzliche Vorschriften, um Managergehälter zu reglementieren.
Als vorbildlich nannten zahlreiche Umfrageteilnehmer das englische Aktienrecht: In Großbritannien legt der Aufsichtsrat lediglich die Grundbezüge der Vorstandsmitglieder fest. Weitere Vergütungsbestandteile müssen von der Aktionärsversammlung bewilligt werden. „So lässt sich internes Gemauschel vermeiden und man kann transparente Entscheidungen herbeiführen“, sagt stellvertretend einer der befragten Top-Manager.
Welcher Gaul zieht den Karren?
In der Zwischenzeit haben sich herausgehobene Vertreter der deutschen Wirtschaft über die öffentliche Schelte der Politiker beschwert. BDI-Präsident Jürgen Thumann sagte dem Handelsblatt, die pauschale Kritik sei populistisch und löse kein einziges Problem. Zur Aufgabenverteilung zwischen Politik und Wirtschaft merkte er an: "Vergesst nicht, welcher Gaul den Karren zieht."
Auch Bosch-Chef Franz Fehrenbach warf der Politik im Handelsblatt Populismus vor. Hier werde wegen weniger Ausreißer ein politischer Schaukampf geführt. Debatten nach gesetzlichen Obergrenzen für Managergehälter seien "schlichtweg Unsinn".
Der Präsident der amerikanischen Handelskammer in Deutschland, Fred B. Irwin, warnte in der Financial Times Deutschland: "Die Verlegung von Firmenzentralen ins Ausland kann eine logische Konsequenz sein, wenn die Politik bei der Regulierung der Managergehälter zu weit geht." Eine Regierung sollte für mehr Wirtschaftswachstum und Wohlstand sorgen. "Ich kann nicht erkennen, was die Regulierung von Manager-Gehältern mit diesen Aufgaben zu tun hat."
Fragwürdiges Argument
Als fragwürdig bezeichnet Klaus Aden, Geschäftsführender Gesellschafter von LAB & Company, das Argument, deutsche Führungskräfte würden im Fall stärkerer Reglementierungen ins Ausland abwandern. „Deutsche Top-Manager sind international längst nicht so gefragt, wie manche Interessenvertreter suggerieren möchten“, sagt Aden. Wenn allerdings die Vergütung von Vorstandsmitgliedern im internationalen Vergleich nicht mehr wettbewerbsfähig wäre, werde es in Zukunft nahezu unmöglich sein, ausländische Spitzenkräfte für den Standort Deutschland zu gewinnen.
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