24.10.2007
Anno August Jagdfeld, Geschäftsführer der Grand Hotel Heiligendamm GmbH & Co.
Anno August Jagdfeld, Geschäftsführer der Grand Hotel Heiligendamm GmbH & Co.

Neue Hoffnung für Heiligendamm

Auf der Gesellschafterversammlung der Grand Hotel Heiligendamm GmbH & Co. Kommanditgesellschaft haben Anleger am 23. Oktober 2007 mit 91,86 Prozent dafür gestimmt, einen 15 Millionen-Kredit der Hypo Vereinsbank (HVB) mit frischem Eigenkapital zurückzuzahlen. Darüber hinaus sollen weitere 15 Millionen für die Finanzierung des Fundus Fonds 34 (Heiligendamm) eingeworben werden.

Das neue Finanzierungsprojekt war nötig geworden, nachdem die HVB einen Aufschub der längst fälligen Kreditrückzahlung über den 30. Juni 2007 hinaus abgelehnt hatte. Fundus als Eigner des Kempinski Grand Hotels Heiligendamm benötigt das Geld der Gesellschafter dringend, weil auch andere Banken wegen des "dauerhaft negativen Betriebsergebnisses" des Hotels nicht bereit waren einzuspringen.

Um die Investitionsbereitschaft der neuen Kapitalanleger zu fördern, hat Geschäftsführer Anno August Jagdfeld eine "bevorrechtigte Ausschüttung" von sechs Prozent auf die jeweilige Einzahlungssumme in Aussicht gestellt. "Ohne Gewähr", wie er gestern allerdings zugeben musste. Denn zunächst einmal muss überhaupt ein Überschuss erwirtschaftet werden. Das jedoch war in den vergangenen vier Jahren nicht der Fall.

Jagdfeld versprach, dass es bereits für 2007 ein "ausgeglichenes Hotelergebnis" geben werde. Grund dafür sei unter anderem die "exzellente Werbung durch den G8 Gipfel". Auch die Abschottung des Hotelareals vor neugierigen Tagestouristen habe ein Plus an Buchungen gebracht. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Belegungszahl von 43,5 Prozent auf fast 52 Prozent gesteigert werden. Die Ergebnisvorschau der Kempinski AG gehe bis 2012 davon aus, dass die jetzigen Hotel-Ergebnisse jährlich um etwa eine Million gesteigert werden können. Vier unabhängige Consultingunternehmen hätten das bestätigt.

Offen blieb gestern die Frage, bis wann die Gesellschafter spätestens die 15 Millionen Euro für die HVB eingezahlt haben müssen und welche Konsequenzen es hat, wenn das benötigte Geld nicht zusammen kommt.


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