21.09.2007
Gute Mitarbeiter sind gefragt
Gute Mitarbeiter sind gefragt
Foto: dpa

Umfrage

Fachkräftemangel belastet Führungskräfte

Nach den Ergebnissen einer dem Wirtschaftsmagazin Capital exklusiv vorliegenden Umfrage des Deutschen Führungskräfteverbands (ULA) beklagen mehr als die Hälfte der 1000 befragten Teilnehmer den Mangel an Fachkräften in ihrem Unternehmen.

Besonders groß ist der Bedarf in der Metall-, Stahl- und Elektrobranche. Neun von zehn Führungskräften leiden unter dem Fachkräftemangel. Nur 30 Prozent sind der Meinung, dass der Gesetzgeber den Zuzug von Fachkräften aus dem Ausland erleichtern solle. Demgegenüber fordern 90 Prozent der Befragten, dass der Staat Investitionen in Schulen, Hochschulen und Berufsausbildung erhöhen muss.

„Die Teilnehmer der Umfrage sind offenbar nicht der Meinung, dass Zuwanderung die einzige verbliebene Option zur Lösung des Fachkräftemangels ist“, sagt ULA-Hauptgeschäftsführer Ludger Ramme. Führungskräfte haben in den letzten Jahren ein Rationalisierungs- und Effizienzsteigerungsprogramm nach dem nächsten erlebt.

Rund 80 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage des Deutschen Führungskräfteverbands geben an, dass durch den Fachkräftemangel Mehrarbeit in großem Umfang anfällt. „Auf den verbliebenen Führungskräften lastet ein massiver Leistungsdruck“, so Hauptgeschäftsführer Ramme.


© 2007 capital.de

Was die Leser sagen

Rasa Rondel
09.05.2008 | 20:23
Fachkräftemangel

Die seit einigen Jahren grassierende politische und wirtschaftliche Kurzsichtigkeit ist nicht zu übersehen. Da wird über Fachkräftemangel geklagt und die bemittleidenswerten Manager, Industriekapitäne und sonstige Firmenlenker haben sich diese Suppe gemeinsam mit diätengeilen Politikern selbst eingebrockt. Sharehoder value ist das Brett vor dem Kopf bzw. die Scheuklappen vor den Augen.
Soll und muss man verstehen, dass die 25 jährige vollstudierte eierlegende Wollmilchsau mit dreissig Jahren Berufsehrfahrung 4 Fremdsprachen und 3 Masterstudiengängen das einzige Kriterium ist, nachdem ausgesiebt wird?
Wieviele technisch versierte, erfahrene und auch in softskills nicht ungeübte Fach- und Spezialfachkräfte aller Bereiche über 45 Jahre gibt es denn, die auf Harz Niveau dahinleben weil sie für die Schicki- Micki Harvards nichts gelten -denen man wohl eingebläut hat, jeder der mit 40 nicht im sicheren Hafen eines Vorstandspostens dümpelt ist eh ein Versager- und alle über 35 eigentlich schon zu alt und zu teuer- diese Statistik würde mich ganz persönlich interessieren? Jammerm auf hohem Niveau, ganze Altersstände ausklammern und nach jungem Frischfleisch aus dem Ausland schielen?
Ja glaubt denn wirklich jemand, dass sich Professionals aus dem Ausland darum reissen, in Deutschland zu arbeiten?
Wie war das doch die letzten Jahre mit auswandern aus Deutschland und warum?
Tja, da waren doch die vielfach schlechten Bedingungen hohe Lebenshaltungskosten und eher mässige Bezahlung (siehe Ärzte), stressiges Umfeld, Fremdenfeindlichkeit, deutsche Michelmentalität usw., wer will denn schon so was? Ach und nicht zu vergessen: als die Internetblase ihren Höhepunkt erreichte und die "armen" Inder hier plötzlich gerfragt waren....na die die gekommen sind sind wohl fast alle wieder weg und haben wohl nicht unbedingt das beste Andenken an ihren kurzen Aufenthalt mit eingebauter Entlassung nach wenigen Monaten. Auch sowas spricht sich rum.....
Also ich persönlich habe nicht das geringste Mitleid mit den ach so gestressten Führungskräften.
Heisst eigentlich nur, die sind nicht in der Lage zu delegieren, bzw. Mitarbeiter zu finden, an die man delegieren kann. Bei über 3,5 Mio offiziellen Arbeitslosen wird doch wohl der ein oder andere zu finden sein???
Solche Klagen werfen ein jämmerliches Licht auf die die sie führen.
Mit sonnigem Gruss aus dem Rest der Welt.

HB
22.12.2007 | 14:12
Fachkräftemangel

Es gibt keinen Fachkräftemangel, es gibt nur einen Unwille der suchenden Firmen adequate Gehälter zu zahlen. Die Gehälter von Fach- und Führungskräften unterhalb der Geschäftsführung sind in den letzten 20 Jahren real doch nicht mehr angewachsen, größtenteils sogar massiv gesunken. Wer gute Mitarbeiter sucht muss halt gutes Geld in die Hand nehmen. Warum sollte ich für weniger als 80T€ meinen Job wechseln?

Dr.Zimmermann Manfred
16.12.2007 | 21:00
Fachkräftemangel

Mein Sohn-Student Elektro-Informationstechnik, gerade mit Prüfungen fertig, sucht ein 3-Mon.Praktikum, verbunden mit der Möglichkeit einer Diplomarbeit. Mehr als 100 Bewerbungen seit Febr.2007:Ohne Erfolg. Meist nicht mal die Bestätigung der Bewerbung der angeschrieben Firmen. Sieht so das Interesse einer Firma aus, qualifizierte Mitarbeiter zu finden? Da ist wohl mehr die Zuwanderung billigerer Arbeitskräfte aus dem Ausland gefragt!

Johannes
22.09.2007 | 07:50
Fachkräftemängel

Meiner Meinung nach, ist die Wirtschaft selber Schuld an den Mangel der Fachkräften. Es wurden immer weniger Menschen ausgebildet und die Arbeitsplätze wurden immer weiter rationalisiert. Mich selber hatte das zu einer Arbeitslosigkeit geführt und bekam dann nur noch Jobs, bei denen versucht werden konnte, sich über Probearbeit der Firma zu beweisen. Dabei war es nur eine Absicht, Fachkräfte zu bekommen, für die dann nichts bezahlt werden müssen. Und selbst heute, was ich verdiene im Gegenzug was ich damals verdiente ist es immer noch weniger und dabei ist das Leben teurer geworden.
Der Verdienst ist einfach weiterhin schlecht!
Manager nehmen sich immer noch das große Geld ein und der Rest bleibt auf der Strecke liegen. Das sind die Tatsachen, die totgeschwiegen werden.
Ich kann aber dennoch selbst mit Stolz sagen, dass bei den Firmen, bei denen ich war, mit mir hoch zufrieden waren
und in alle Firmen kann ich auch nicht arbeiten.
Die Einsparungen, die ich machen musste, konnte ich mir dabei nun einen Lebensstandard leisten, der den vorherigen entspricht. Ich habe dabei sicherlich viele persönliche Dienstleister verloren, womit ich sicherlich manche noch vermisse, aber die Einsparungen sind dabei so groß, dass ich heute sogar mit weniger Verdienst mehr Geld sparen kann als damals.
Aber für mich war nie so das Geld das wichtigste und im Vordergrund stand bei mir immer mein Beruf, da dieser mir am meisten Spaß machte und ich mich so auch immer gut weiter bilden konnte. Auf den normalen Gesichtspunkten,
ist der Beruf nicht empfehlenswert, da es nicht nur darum geht, sich in den Beruf aus zu kennen, sondern auch mit dem, was man dafür bekommt, auch damit leben zu können.
Ich hatte meine komplette Weiterbildung auch alles selbst finanziert und habe das auch alles geschafft. Wenn ich mich an damals erinnere, als ich selber noch in Ausbildung war, hatten viele, die eine Weiterbildung machten, alles von dem Betrieb finanziert bekommen. Dann gingen auch die Lehrstellen stark zurück. Dieser Rückgang hat aber in der Wirtschaft auch niemand beachtet, dass dann dafür dieser Zeitraum auch die Fachkräfte fehlen. Ich selbst weiß auch, dass einen Jugendlichen aus zu bilden auch nicht leicht ist, aber in meiner Laufbahn habe ich einige Azubi einiges bei gebracht und davon sind heute auch wieder einige in der Weiterbildung.
Da ich nicht aus dem kaufmännischen Bereich komme und darum auch mich nicht mit deren Fakten auskenne, kann ich auch dennoch verstehen, dass im kaufmännischen Bereich so gehandelt wurde, weil da der kaufmännische Bereich auch mit den Fakten des technischen Bereiches auskennt.
Und da die Finanzen im Unternehmen eine große Rolle spielt, hat der kaufmännische Bereich dazu einfach einen größeren Einfluss hierzu. Allerdings die Sonderwünsche von Kunden und die große Nachfrage, bringt nun heute diese Probleme.
Des weiteren ist man davon immer mehr ausgegangen, dass sich da immer alles abgedeckt währe. Aber wir bleiben nicht in der Zeit stehen und wollen auch selbst immer wieder etwas Neues. Wer will schon z.B. immer die gleiche Kleidung tragen?
Darum sind wir immer in einer Entwicklung drin und dazu gehört auch die Bildung dazu.
Nach meiner Meinung kann die Politik nicht selber überall darum kümmern, dass die Menschen diese Bildung zukommt.
Jedes Unternehmen hat sein eigenes Know-how und die Unternehmen müssten sich selber Ihre Mitarbeiter schaffen, die damit ideal zu ihrem Unternehmen passen. Wenigstens gibt es einige Unternehmen, die heute sagen, dass diese gute Arbeiter nicht gefördert und entlassen haben, nicht richtig gewesen war, denn damit haben viele Firmen sich selber geschadet. Wenn ich heute noch an meiner früheren Firma zurück denke, währe ich sicherlich gerne noch weiter da beschäftigt.
Aber ich musste mich damals mit ihren Entscheidungen abfinden und heute fehlt es der Firma. Ich habe mich weiter entwickelt und eine andere Firma bekommt mein Wissen und gute Arbeitskraft zu gute. Von dieser Entwicklung der Firmen habe ich aber von vielen Menschen mit bekommen. Ich hoffe, dass die Arbeiter wieder mehr als ein Teil für das Unternehmen gesehen wird und nicht wie es damals bei vielen unternehmen lautete, ein Mitarbeiter ist nur eine Belastung für ein Unternehmen.
Ich habe mir dann schon damals gedacht, für was arbeite ich dann noch für ein unternehmen, wenn meine Arbeit nicht geschätzt wird und eigentlich nur direkt unter meinem Vorgesetzten geschätzt ist.
Ich schätze einfach mein Unternehmen sehr hoch ein und bin darauf stolz und arbeite da nun auch gerne, wenn ich auch nicht so viel Geld verdiene.

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